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Artikel mit Tag vogelgrippe
Donnerstag, 27. Dezember 2007
Die Medien haben das Interesse so ziemlich verloren, es ist ruhig geworden um die Vogelgrippe und dessen Erreger, das Virus H5N1. Die große Panikmache und Hysterie war noch letztes Jahr über Wochen aufrecht gehalten worden. Ganz anders dieses Jahr. Immerhin haben dadurch die Wildvögel als "Schwarzen Peter" ein wenig Ruhe.
Ist die Gefahr vorüber? Nein, es hat sich wenig bis gar nichts geändert. Die Übertragungswege sind immer noch völlig unklar. In Brandenburg sind in den letzten paar Wochen bei drei kleine Hühnerhalter mit weniger als 50 Hühnern die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Wie sie daran gekommen sind weiß noch keiner. Es ist offensichtlich, dass diese Seuche die Ursache im globalen Tierhandel hat. Es ist unverständlich mit welcher Resistenz die Fakten beiseite gelassen werden. Hier ein paar davon: - Immer noch werden durch die EU wenig gefährdeten Kleinbetriebe benachteiligt und die Großbetriebe bevorzugt. Groß, größer und mit dieser wachsenden Größe steigt auch die Labilität der Systeme.
- Um einen gefährlichen Virus zu erhalten, braucht es eine gute Mutationsfähigkeit. Diese erreicht man nur in Betrieben mit sehr vielen Tieren. In der Natur ist der Virus immer wieder verschwunden, den Wildvögeln hat es bisher nicht geschadet.
- Bisher sind etwas mehr als 200 Menschen weltweit an Vogelgrippe gestroben. Alleine an der "normalen" Menschengrippe sterben jährlich alleine in Deutschland mehr als 10.000 Menschen - ohne Hysterie.
- Tamiflu soll laut neueren Berichten gar nichts helfen und das Risiko von Resistenzen extem erhöhen, denn es gelangt durch die Kanalisation und die Kläranlagen in die Oberflächenwässer. Es baut sich kaum ab.
- Der Globale Handel im Geflügelbereich erhöht das Infektionsrisiko erheblich. Nur wenige Konzerne beherrschen diesen Markt Weltweit. Geflügelkot wir z.B. zu Fischfutter verarbeitet...
- Die genetische Variation beim Geflügel ist mangels Diversifizierung der Nutztierrassen (aufgrund dieser Konzentration) abnehmend.
Solange sich an den Ursachen nichts ändert wird sich auch die Gefahr nicht bannen lassen. Solange werden wir mit diesem Risiko leben müssen. Die Natur hat immer recht. Man braucht sie lediglich beobachten. Hier gilt eine möglichst große Diversifizierung an Rassen und Arten, sowie keine zu großen Populationen (als nicht zu viele Lebewesen einer Spezies auf kleiner Fläche). Diese Risikominimierung hat in den letzten paar Millionen Jahren sich als erfolgreiche Strategie erwiesen. Nur wenige wollen das nicht wahr haben - leider haben diese zu unserem allgemeinen Unglück zu viel Macht. Günter Eich hat einmal gesagt: "seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt". Was heißt das konkret in diesem Zusammenhang? Da nicht jeder so wie wir Hühner halten kann, ist es ratsam darauf zu achten, dass man nicht mit einer Gleichgültigkeit seine "Hühnerprodukte" (Eier, Fleisch, Nudeln mit Ei etc.) kauft (Öl ins Getriebe), sondern darauf acht gibt, woher diese Stammen. Nur der ökologische Landbau bietet hier einen akzeptablen Mindeststandard (Sand im Getriebe). Alle anderen Haltungsformen sind und bleiben eine Katastrophe, ob KäfigVolierenhaltung, Bodenhaltung oder Freilandhaltung. Jeder möge tun, was er kann...
Freitag, 7. September 2007
In den vielen Medienberichten über die Vogelgrippe, die gerade wieder über den Ticker laufen, ging eine wichtige Meldung fast unter. Ich hatte schon einmal geschrieben, dass die Wildvögel nicht die Verursacher sondern mehr die Leidtragenden sind und die Ursachen in dem globalen Geflügelwarenfluss zu finden sind. Nun ist es halbwegs amtlich:
Weltweit wurden in den letzten zwei Jahren über 350.000 Wildvögel negativ getestet. Dies deute darauf hin, dass der Virus vor allem in Zuchtstationen auftritt so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). "Wir wissen jetzt, dass es keine Vogelart gibt, die das Virus dauerhaft in sich trägt", sagte Scott Newman, Naturschutz-Koordinator bei der FAO. 200 Millionen mussten in den letzten Jahren wegen der Vogelgrippe getötet werden und knapp 200 Menschen starben an einer H5N1-Infektion. Konsequenzen: Der Verbraucher muss sich informieren, wo kommt mein Fleisch, meine Eier her. Er alleine hat die Macht etwas zu ändern. Von der Politik erwarte ich da sobald nichts. Sie verschläft jegliche Entwicklung. Biolebensmittelabsatz ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 18% gestiegen und die Produktion nichtmal um 3%. Man subventioniert immer noch lieber große Betriebe. Dabei ist es eine biologische Binsenweisheit, dass kleinstrukturierte, vielfältige Ökosysteme die stabilsten sind - nicht die großen Monokulturen. Quelle: pr-inside.com
Sonntag, 11. Februar 2007
Es ist schon bizarr, welche Meldungen da über die Ticker laufen. Mir erweckt es langsam den Anschein, dass es wie immer nur ums Geld und um Macht geht. Nicht um vernünftige Maßnahmen. Und König Kunde ruiniert wieder sein Land, entweder aus Unwissenheit oder aus Ignoranz...
Was passiert hier eigentlich? Geflügelzüchter fordern wieder flächendeckende Stallpflicht, zum Glück machen die Agrarminister nicht mit. Wahrscheinlich nicht weil sie nicht wollten, sondern weil es zu viel Bürokratie und damit Aufwand bedeutet. Die Ursachen werden nicht bekämpft. Es gibt für mich offensichtlich nur zwei Faktoren, die eine Rolle spielen. Erstens der weltweite Handel mit Lebensmitteln und zweitens die Massentierhaltungen. Denn nur hier können die Viren sich erfolgreich vermehren und mutieren. Alle kleinen zahlen die Rechnung dafür. Dann gibt es sogenannte Sicherheitslabors, die bei der ersten Meldung der Vogelgrippe in den Medien gleich wieder die Angst ankurbeln, es reichen nur ein oder zwei Mutationen bis zur Pandemie mit so und so vielen Millionen Toten. Naja, Es gibt sicherlich noch ein paar zig Millionen Packungen von X und Y die helfen könnten. Die sollen Regierungen schnell mal einlagern. Und nächstes Jahr gibt es dann ein neues Wundermittelchen oder eine neue Seuchengefahr. Ein gutes Geschäft. Mittlerweile weiß ich schon gar nicht mehr an was man denn noch sterben darf? Seltene positive Meldungen gehen fast unter, so aus Wien, dass sie ihre Schwäne untersucht hätten und Antikörper gefunden hätten - Vögel wehren sich selbst gegen H5N1. Hmmm, macht das die Natur nicht schon immer so? Ist es so ungewöhnlich? In der heutigen Zeit anscheinend schon. Die Natur hat letztlich immer Recht (behalten).
Samstag, 10. Februar 2007
Wie die DPA meldet, scheint es bewiesen zu sein, dass die Vogelgrippeausbrüche in England ihren Ursprung in Ungarn hat. Wahrscheinlich durch den Transport von verseuchten Truthanfleisch. Also nichts von wegen gefährlichen Zugvögeln. Diese scheinen lediglich die leidtragenden zu sein. Nachdenklich stimmt mich auch, dass der Ausbruch immer in sehr großen Massenhaltungen statt findet. Ob es da nicht Zusammenhänge gibt? Quelle: svz.de/news/wissenschaft
Dienstag, 14. November 2006
Im Kölner Stadtanzeiger ist ein Interview mit dem Professor Peter Palese über Vogelgrippe (H5N1) online.
Peter Palese ist Professor für Mikrobiologie und Vorstand des Instituts
für Mikrobiologie an der Mount Sinai School für Medizin in New York. Er
hat sich in über 200 Publikationen mit dem Thema der Replikation
RNA-hältiger Viren (Schwerpunkt Influenza) befasst. Zu Pandemien kommt es, wenn ein vollkommen neuartiger Erreger auftaucht, gegen den die Bevölkerung kaum oder keine Immunität besitzt. So auch die "Spanische Grippe" von 1918, die ungefähr 50 Millionen Menschenlegben gekostet haben soll. Der Erreger ist mittlerweile ausgestorben. Die historische Erfahrung legt dar, dass drei bis vier Influenza-Pandemien pro Jahrhundert vorkommen. Durch Rekonstruktion des "Spanischen Grippeviruses" konnte nachgewiesen werden, dass dieser virulenter war als jeder andere menschliche Grippe-Virus, mit dem er verglichen wurde. Palese glaubt nicht, dass es ein einzelnes genetisches Merkmal gibt, an dem sich ablesen ließe, dass ein Virus pathogener ist als ein anderer. Erst die Kombination aller Eigenschaften ergibt den "Supervirus" - also das Gesamtpaket aus Genen und Proteinen. So einen Erreger gibt es vielleicht einmal im Jahrhundert oder sogar einmal pro Jahrtausend. Durch die Rekonstruktion ist kein gefährlicher Virus entstanden. Erstens gibt es antivirale Medikamente, Impfstoffe haben sich als wirksam erwiesen und viel wichtiger es gibt in der Bevölkerung eine Rumpfimmunität. Bislang spricht nichts dafür, dass der H5N1 leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Vogelgrippe gibt es nicht erst seit gestern, sondern nachgewiesen bis in das Jahr 1959. Selbst eine Mutation an ein oder zwei Stellen würde wahrscheinlich nicht ausreichen, um daraus einen für Menschen gefährlichen Virus zu bilden - sonst wäre es schon längst passiert. Aus diesen Gründen hält Palese eine H5N1-Pandemie für sehr unwahrscheinlich.
Samstag, 4. November 2006
Zwischen den ganzen H5N1-Meldungen in den Nachrichten finden sich wenige, die sich mit den Ursachen beschäftigen. Komischerweise gibt es gerade (pünktlich zum Herbst) Meldungen, dass es einen Durchbruch bei den Impfstoffen zu geben scheint...
Nachdenklich macht mich dabei nur, dass gerade Wissenschaftler bei der PNAS Vermutungen veröffentlichten zur Entstehung der letzten Vogelgrippewelle: Spiegelonline schreibt am 31.Oktober 2006 dazu:
Impfen ist unter Umständen eine riskante Strategie, wenn man
gefährliche Erreger stoppen will. Diese Erfahrung mussten Virologen nun
auch in China machen - bei der Vogelgrippe, die im Einzelfall auch für
Menschen tödlich enden kann. Gezielte Impfungen des Geflügels in dem
Land könnten die derzeit gefährlichste Variante des H5N1-Virus
regelrecht herangezüchtet haben, berichten Wissenschaftler aus Hong
Kong und den USA in dem Fachblatt "Proceedings of the National Acadamy
of Sciences" (PNAS).
Der Mensch versteht die Natur offensichtlich doch nicht so gut wie er es sich einredet und wird sie wohl auf absehbare Zeit auch nicht verbessern können. Die vielen Verbesserungseingriffe der Vergangenheit waren meist nicht sehr rühmlich. Orginalartikel (Abstract) bei pnas.org:
Emergence and predominance of an H5N1 influenza variant in China
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