Wieder ein tolles Buch was ich vor ein paar Monaten gelesen habe. Es beschreibt, wie Beziehungen besser
funktionieren und warum bei manchen obwohl man es nie geahnt hätte, die
Liebe vergeht.
Die Theorie in Kürze: Jeder hat einen Liebestank.
Je voller dieser ist, um so glücklicher sind wir und um so besser geht es uns. Dieser kann nicht durch
beliebige Handlungen gefüllt werden, sondern wir sind in gewisser Weise
"abhängig" von einer bestimmten (manchmal auch zwei) persönlichen Liebessprache. Erkennen könne
wir unsere eigene indem wir uns selber beobachten, wie wir unsere Liebe versuchen mitzuteilen. Was wir dem
anderen zukommen lassen ist ein Spiegel unserer Sprache der Liebe.
Diese Sprachen sind auch auf Kinder übertragbar, vor allem, wenn sie schon eine dieser Sprachen bevorzugen.
Gary Chapman beschreibt fünf verschiedene Sprachen der Liebe (und deren "Dialekte"):
Lob und Anerkennung
Zweisamkeit
Geschenke
Hilfsbereitschaft
Zärtlichkeit
Es leuchtet einem schnell ein, dass selbst wenn alles andere in Ordnung ist und man sich viel Mühe gibt und 4/5 super gut beherrscht aber die entscheidende Liebessprache nicht anwendet, ja dann fühlt sich der andere trotzdem nicht geliebt...
Kurz darüber nachdenken, anwenden und beobachten was geschieht
Der Titel ist etwas provokant, doch er entspricht leider der Realität. Es gibt Methoden, die angepasste tote Menschen produziert. Diese sind gute Bekannte in unserer Kultur. Drei wohlbekannte will ich hier kurz vorstellen:
Die "Gehorche oder leide"-Methode
Hier wird dem Kind zwei Handlungsalternativen vorgestellt. Abgeleitet wird das aus der Methode der eingeschränkten Wahlmöglichkeit (als ob es nicht noch zig andere gäbe...). Gemeinerweise wird hier ein Phänomen ausgenutzt, dass sich die meisten Menschen dann entscheiden und keine eigene alternative präsentieren können. Die erste Handlungsempfehlung ist das was gemacht werden soll. Die zweite Wahl ist die in Aussicht gestellte Strafe. Das Kind wählt also selbst. (Beispiel: Du hast die Wahl, entweder machst du X oder du kannst auf y dann und dann verzichten.)
Gruppendruck
Hier wird einfach der einzelne, der nicht so konform verhält durch die Gruppe gesteuert. Der ganzen Gruppe wird eine Strafe angedroht, um den erstgenannten durch die anderen unter Druck zu setzten. (Beipiel: Wenn irgendjemand sich nicht benehmen sollte, dann fällt XY ins Wasser).
Dazu gehört auch das typische Verhalten von Eltern: "braver Jung; braves Mädchen", "Das hast du toll gemacht" und "das macht ein ... nicht". "Da ist Papa/Mama aber traurig, wenn du..." usw.
Das wird deutlich in den Denkmustern, die sich ausbilden: 1. Wieviel
(oder was) gibst du mir, wenn ich das tue? 2. Wie kann ich, wenn ich Y
tue, vermeiden bestraft zu werden? 3. Was passiert mit mir wenn ich es
nicht tue, was du von mir willst?
Diese Methode drückt uns in eine ungewollte Abhängigkeit, sie lässt uns nicht frei entwickeln. Die Selbstbewertung, Selbsteinschätzung und der Kontakt zu sich selber wird zugeschüttet. Wir verdrängen mit der Zeit, was wir selber sind und selber wollen - mit all seinen negativen Konsequenzen.
gemeine Folgen
Zum einen produziert das Menschen, die langweilige und unliebsame Dinge tun, ohne sich zu fragen warum (dumme Befehlsempfänger). Sie mögen zwar in der Schule ruhiger sein oder doch nur konformistisch, gedankenlose, unverantwortliche und alles akzeptierende Bürger? Siehe auch "Das Drama der Menschheit".
mangelnde Verantwortung
Der Erwachsene betrügt sich selber, denn es scheint als bräuchte er für die Entscheidung der Kinder keine Verantwortung übernehmen. Das mag schon sein, doch die Folgen der Ausbildung mangelnder Menschlichkeit hat er zu verantworten.
Lösungen
Es gibt sie tatsächlich. Es ist die gewaltfreie Kommunikation, eine Bedürfnis- und Gefühlssprache, die Marshall B. Rosenberg entwickelt hat. Das weiter zu erläutern würde den Rahmen sprengen und kommt ein anderes mal.
Wie man gerade im letzten Posting sehen kann, wird viel gelogen und betrogen in der Politik. Damit die Wahlversprechen nachvollziehbar eingehalten werden haben Netzaktivisten diese nun eingesammelt:
Das (soll) das kollektive Langzeitgedächtnis werden. Ich hoffe damit werden Politiker sich mehr und mehr überlegen was sie von sich geben. Denn ansonsten stehen sie auf dem neumodischen Pranger, der nie etwas vergisst - öffentlichkeitswirksam.
Es gibt wie immer in der Politik differenzierte Meinungen zu Politikern und Parteien. In dem folgenden Video fasst Gregor Gysi die Taten und Untaten der letzten Regierungskoalitionen zusammen. Wo er recht hat hat er recht. Anschauen lohnt sich:
Und nochmal gut über die nächste Wahl nachdenken...
Schon als ganz kleines Kind lernen wir,
dass unsere Bedürfnisse unwichtig sind. Nicht nur dass wir
körperlich völlig unterlegen sind nein auch geistig und seelisch. Eine totale Abhängigkeit. Somit sind wir
der Erwachsenenwelt völlig ausgeliefert und sind uns unseres Dramas
nicht bewusst. In dem Artikel über das intellektuelle Gefängnis
habe ich schon verdeutlicht das uns dieser Zustand leider auch nicht besonders stört.
Alice Miller (z.B. in das Drama des
begabten Kindes), Alfred Adler (Individualpsychologie) und andere Tiefenpsychologen machen
deutlich, dass gerade die ersten sechs Lebensjahre entscheidend für
den Menschen sind. Das sind die Hauptprägungsjahre. Und was lernen
wir dort? Wir lernen zum einen unsere Bedürfnisse denen der Eltern
unterzuordnen und verstehen dass unser ganzes Leben lang. Wir fühlen
uns stets schuldig anderen ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Zum
anderen übernehmen wir Ziele und Strategien der Eltern
beziehungsweise der Hauptbezugsperson. Fataler weise völlig
unreflektiert. Denn es gibt nur eine einziges wahrgenommenes Bezugssystem, die Welt der Eltern.
Und diese Welt der Eltern prägt unser
Denken. Wir halten es für absolut richtig und ahmen diese nach und integrieren es in unser Leben. Es
versteht sich von selbst, dass unsere Sprache eine vermeintlich
analytische ist. Alles wird beurteilt, verglichen und bewertet. Diese
Sprache ist eine Sprache der Herrschaft. Sie zielt darauf ab nicht in
Kontakt mit unserem Herzen zu kommen. Auch übernehmen wir völlig
unreflektiert Gedankenmuster und vermeintliche Wertesysteme. So
glauben wir an das Gute und Böse, an richtig und falsch. Genau dasselbe
spiegeln uns die Medien vor. Nach dem Motto: steter Tropfen höhlt
das Gehirn. Neurobiologisch ist das auch so. Es bahnt sich in unser Gehirn. Es findet immer wieder Anknüpfungspunkte, der Erfolg fürs hängenbleiben.
Die Bildung beziehungsweise die Schule
knüpft an dieses System an. Es basiert auf der Annahme, dass Lob und
Tadel ein Motivationsfaktor ist. Es wird aber nicht bewertet wie viel
ein Schüler dazugelernt. Desweiteren ist es nicht für die Kinder konzipiert, sondern für die Lehrer. Es wird relativ schnell klar, dass Noten
nur dazu da sind die guten Schüler (die vorher schon alles wussten) besser dastehen zu lassen und die
schlechten Schüler zu demotivieren. Sie fördert Konkurenz sowie Herrschen und beherrscht werden. Es werden keine gemeinsame
Lernziele vereinbart, sondern einseitig vom Lehrer beziehungsweise
vom Bildungsplan abgeleitet. Der Schüler hat wie zuhause durch die
Eltern, in der Schule das zu tun was die Lehrer wollen - dafür sorgt schon das Notensystem als ultimatives Druckmittel. Die
Bedürfnisse der Schüler spielen dabei keine Rolle. Wäre es nicht viel schöner, wenn Schüler bereitwillig und begierig lernen (Kinder haben eine natürliche Freude am Lernen) und nicht nur um gute Zensuren zu bekommen oder um schlecht zu vermeiden?
Nach der Schulausbildung, werden die meisten
wohl eine Ausbildung, ein Studium oder arbeiten gehen. Auch dort wird
wieder das gleiche System herrschen. Wieder gibt es jemanden (der
Chef), der sagt was zu tun ist. Auch hier wird versucht über Lob und
Tadel Motivation zu erreichen, ohne Motivation wirklich verstanden zu
haben.
Wir verurteilen uns sogar selbst. Anstatt einfühlsam und empathisch uns und anderen gegenüber zu sein, machen wir uns selber fertig bis zur tiefen Depression. Wie oft sagen wir "müssen" oder "sollten". Beides führt uns weit weg von uns selber. Es weist die Verantwortung von uns selber und lässt uns keine Wahl, die wir doch haben. Selbsterfüllende Prophezeiungen entwickeln sich daraus.
Mensch oder Marionette? Die Massenmedien, Werbung, Computerspiele, Schule und zu guter letzt die andere Menschen beeinflussen uns mehr als wir das uns zugestehen. Sie gaukeln uns die Welt vor, wie sie zu sein hat, nicht wie sie ist. Unkritisch wird von beliebig austauschbaren Autoritäten fast alles unkritisch übernommen, es muss nur oft genug wiederholt werden. Wer nichts weiß muss alles glauben.
Dann bekommen wir Kinder denen wir das
gleiche vermitteln. So wird von Generation zu Generation der gleiche
Mist (diese Gewalt) weitergegeben. Das ist das eigentliche Drama. So
wird klar, dass sich seit Jahrhunderten außer den Umständen wenig
verändert hat. Das könnte fast für eine Erklärung des ewigen Daseinskreislaufs und der Leidenstheorie der Buddhisten reichen.
Man könnte sagen das Ziel wäre
mangelnde Selbstverantwortung und Manipulierbarkeit. Dies wird ziemlich gut erreicht.
Die Folgen sind nicht gerade erbaulich. Diese werden sehr gut durch folgendes Zitat von Georg Bernanos (aus GFK von Rosenberg entnommen):
Ich denke
schon lange folgendes: wenn eines Tages die immer wirksamer werdenden
Zerstörungstechniken schließlich dazu führen, dass unsere Spezies
von der Erde verschwindet, dann wird es nicht Grausamkeit sein, die
für unsere Auslöschung verantwortlich ist, und natürlich noch
weniger die Entrüstung, die durch die Grausamkeit geweckt wird, oder
die Vergeltungsmaßnahmen und Racheakte, die daraus erwachsen...,
sondern die Schwäche, der Mangel an Verantwortung im modernen
Menschen, seine falsche, unterwürfige Akzeptanz einer jeden
Anordnung von oben. Der Horror, den er schon erlebt haben, und
dennoch größere Horror, den wir noch erleben werden, sind keine
Anzeichen dafür, dass Rebellen, Menschen, die sich nicht
unterwerfen, die sich nicht kleinkriegen lassen, in zunehmender
Anzahl auf der ganzen Welt zu finden sind, sondern eher, dass es eine
konstant steigende Zahl von Gehorsam, schwachen Menschen gibt.
Ich hoffe nun werde ich nicht ganz in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gesteckt. Ich bin ein Anhänger der kritischen Diskussion, ein Skeptiker der alten Schule. Mein Anliegen ist der Wahrheit ein Stück näher zu kommen und ein wenig wach zu rütteln. Denkt über die Welt nach. Sie ist zum Teil was wir denken und das ist oft nicht unser eigenes denken sondern in einem weit entwickelten manipulierten Zustand. Diese Welt ist leider nicht so wie wir uns das vorstellen und es gibt so viele Lügen, die uns täglich aufgetischt werden. Verdeckt als unabdingbares Muss oder zur Rettung dieser Welt.
Karl Popper formuliert das philosophische Problem der Freiheit eindrücklich (sinngemäß): Menschen die in einer (gefühlte) freiheitlichen Gesellschaft leben können sich ein totalitäres Leben gar nicht vorstellen.
Es ist vieles denkbar und die Entwicklung läuft in diese Richtung, ohne dass wir es sehen, weil wir es uns nicht vorstellen wollen und können. Der Mensch ist neugierig und versucht alles was möglich ist. Die Geschicke werden hauptsächlich von einer machtgierigen und dem Größenwahn verfallenen Geld-Elite gelenkt. Die Kombination ist so gefährlich und diese Menschen versucht alles, um ihre Ziele zu verfolgen. Wir werden nicht gefragt.
Ob es so, oder so ähnlich kommen wird oder eben auch nicht liegt lediglich an uns...
Grundsätzlich muss das jeder für sich selbst bzw. für seine Kinder entscheiden. Das sollte nicht leichtfertig geschehen. Doch es scheint selten so zu sein, dass es möglich ist sich ausreichend gut und objektiv zu informieren. Und das Geschäft mit der Angst läuft bekanntlich sehr gut.
Ob nun die Ausführungen von Frau Anita Petek-Dimmer in einem Vortrag im Herbst 2008 alle richtig sind oder nicht, ist nicht einfach zu beurteilen. Doch gibt es einem genug Anregungen darüber nachzudenken:
Es hört sich alles sehr plausibel an
Auch sich darüber gut zu informieren und entscheiden zu können gehört zur radikalen Selbstverantwortung!
Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich nun mit dem Wesen Mensch und unter anderem mit unserer Sprache. Inspiriert bin ich vor allem von Marschall B. Rosenberg und "seiner" gewaltfreien Kommunikation (GFK).
Unsere Kommunikation ist vor allem eines: uns nicht zuträglich. Sie ist geprägt durch unser Denken, nicht durch unser Herz - obwohl wir letzteres mehr sind als ersteres! Diese kulturelle Gewalt in der Sprache führt zur Entfremdung von dem was wir sind. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass wir Herzenswesen sind und keine Verstandeswesen oder ähnliches. Dazu gibt es sogar wissenschaftliche Beweise - vor allem in einer relativ neuen Wissenschaft, der Neurobiologie.
Aber zurück zum Thema.
Was möchten wir eigentlich spüren, wenn wir miteinander Reden? Alle Menschen wollen wahrgenommen, berührt, respektiert und verstanden werden. Kommt man dem nicht nach, findet sich kein erhebendes Gefühl zwischen den Menschen ein und ärgert sich eventuell sogar. Empathie ist das Zauberwort. Empathie zielt auf ein tiefes Verständnis, den anderen ernst zu nehmen, ihn nicht "schlecht" zu machen, ihn anzunehmen wie er ist. Urteilslos, wie einen Fremden gegenüber mit dem man die ersten Worte wechselt und so liebevoll und freundschaftlich wie mit dem besten Freund oder der besten Freundin. Es ist die ideale Basis um unserem Wesen zu entsprechen.
Typischer Weise ist unser Denken analytischer Natur und damit auch unsere Kommunikation. Dies führt jedoch nicht zur Einheit, dem Einssein wie es alle Religionen anstreben sondern zum Gegenteil. Es sät nicht den Frieden, nicht die Freude nach der wir uns sehnen. Dazu benötigt es andere Wege.
Beobachtet einmal wie oft ihr in einem Gespräch lebensentfremdende Kommunikation wählt:
Drohen, unter Druck setzten (wenn..., dann...)
Vorschläge unterbreiten (ohne danach zu fragen)
Meinung erfragen
Belehrungen
Ratschläge unaufgefordert mitteilen
moralisch Urteilen
Werturteile
verurteilen
schlechtes Gewissen machen
Vergleiche anstellen
Verantwortung leugnen (muss/müsste, sollte)
interpretieren
meckern
denken uns was der andere meint (ohne sicher sein zu können)
diagnostizieren
usw.
Das führt allzu oft zu Verletzungen und Leid, entweder bei dem einen, den anderen oder beiden. Es führt nicht zu einer tiefen Verbindung mit einem Menschen und führt auch nicht dazu, dass der andere sich verstanden fühlt. Und genau darauf kommt es aber an. Vieles davon wird sicherlich gut gemeint sein, doch reflektiert betrachtet kommt es dann auch so an? Selbst wenn wir unsere Bedürfnisse erfüllt sehen wollen, dann stoßen wir mit diesen Kommunikationsmustern sicher nicht auf besonders große Gegenliebe.
Das tragische daran ist, dass es den Hauptteil unserer Kommunikation ausmacht und wir es für völlig normal halten. Es ist aber nur in dem Sinne normal, weil es die meisten genau so handhaben - also rein statistisch eben. Wären wir so analytisch, würden wir andere Wege suchen und schauen wie erfolgreich diese wären und dann den besseren Weg in Zukunft nehmen. Doch tragischer Weise sind wir dazu nicht in der Lage - bis wir aus diesem Kommunikationsalbtraum erwachen.
Solange wir unser Denken und damit unsere Kommunikation nicht ändern, können wir auch keinen inneren (und äußeren) Frieden finden.
Ich will jetzt mal mit der Schwarzmalerei schluss machen und darauf hinweisen, dass es einen wunderbaren Ausweg gibt. Aber dazu ein anderes mal mehr
Es gibt Menschen, die verändern mein Denken. Es ist ein Geschenk mit
welcher Klarheit und Einfachheit Karl R. Popper Dinge formuliert.
Dafür, dass er mein Leben bereichert hat bin ich ihm zu tiefst dankbar. Hier eines meiner Lieblingsthemen von ihm:
Das intellektuelle Gefängnis
Im laufe eines Lebens (oft schon in jungen Jahren) baut man sich selber sein intellektuelles
Gefängnis. Was bedeutet dies? Wir entscheiden uns manchmal durch
Abwägung oder auch nicht für oder gegen Hypothesen oder Theorien
wie die Welt funktioniert.
Wie ist es gebaut?
Verschiedene Strukturen oder Standorte bauen diese Gefängnismauern. Gefangen sein können wir nicht nur in einer Sprache, sondern auch
in verschiedenen Systemen von Annahmen, Theorien, Glaubenssystemen,
"Ismen", Ethik, Werte und Moral. Denkende Menschen pflegen einen Rahmen zu entwickeln, in
den sie jede neue Idee, die ihnen begegnet, einzupassen versuchen.
Das Gefängnis ist eine Metapher, da wir es normalerweise
dies nicht als ein solches empfinden.
Aufmerksam werden wir erst durch den Zusammenprall der Kulturen. Genau
diese Aufmerksamkeit erlaubt es uns aus dem Gefängnis auszubrechen,
wenn wir wollen. Wir können es überwinden, wenn wir die neue Sprache
untersuchen, sie mit unserer eigenen Vergleichen und ihre neuen
Möglichkeiten ausnützen. Zugegeben, wenn wir so ausbrechen, gelangen
wir in ein neues Gefängnis, aber es ist ein viel größeres und
weiteres Gefängnis und ebenso wie vorher werden unter dem neuen Gefängnis
nicht leiden oder besser: wir haben jederzeit die Freiheit es kritisch
zu untersuchen und so wiederum in ein noch geräumigeres Gefängnis
auszubrechen.
Dieser Ausbruch aus dem Gefängnis ist natürlich keine Routine, er
kann nur das Ergebnis einer kritischen und schöpferischen
Bemühung.
Eine fruchtbare Diskussion kommt immer nur dann zustande,
wenn möglichst unterschiedliche Standpunkte aufeinander treffen.
die frühe Entscheidung
Viele Menschen entscheiden sich früh für ein solches Gefängnis und halten daran zwanghaft ein leben lang fest. Doch kommt man so der Wahrheit meist nicht näher. Ihr kommt man nur näher, wenn man immer wieder die eine Theorie gegen eine andere abwägt.
Massenmedien
Interessant finde ich, dass gerade die Massenmedien uns künstlich vorgaukeln, wie unsere Welt aussieht, bzw. aussehen soll und das Erfolgreich. Viele orientieren sich danach und bauen genauso ihr Mauern auf. Sie verinnerlichen dieses System so sehr, dass schon das kleinste in Fragestellen zu heftigen Reaktionen führt.
Dogmatismus
Sogar dieser lässt sich beinahe mit dem oben gesagten verstehen. Fanatiker und Dogmatiker haben ein besonders kleines aber sehr "lieb" gewonnenes Gefängnis. An diesem wird unter allen Umständen festgehalten und dieses bis auf das äußerste verteidigt. Hinter die Mauern schauen ist einfach nicht zulässig.
Schlussfolgerungen
Mir hilft diese Metapher auf verschiedene Weise. Zum einen hilft es andere Menschen zu verstehen. Sie haben sich oft eingemauert und es ist auch nicht immer angenehm hinschauen zu wollen. Denn erst beim hinschauen stellt man fest, dass man sich eingemauert hat und dahinter kommt erstmal unbekanntes und das ist unheimlich.
Zum anderen verstehe ich mein eigenes Leben besser. Wenn ich auf mein Leben zurück schaue, dann bin ich ständig dabei mein (neues) Gefängnis kritisch zu beäugen, nach dem Weg hinaus zu suchen und zu finden. Ein skeptischer Sucher. Ich suche den schöpferischen Umgang mit anderen Strukturen mit all seinen Konsequenzen - der Wahrheit zur Liebe!
Quellen:
Realismus und das Ziel der Wissenschaft Von Karl R. Popper, William Warren Bartley
Karl Popper in einem Vortrag über den "Mythos vom Standort"
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