Liest man die ersten Zeilen auf der Homepage, klingt das ja ganz nett: Die ökologische alternative zur Gentechnik. Das Prinzip: Mais oder Getreide wird drei Tage zu Beginn der Keimung in ein elektrostatisches Feld, einem simplen Hochspannungsfeld, in dem kein Strom fließt, gelegt. Die Feldstärke beträgt ein paar tausend oder zehntausend Volt. Danach wachsen diese Pflanzen unter normalen Bedingungen im Gewächshaus oder auf dem Feld. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Forellenzucht. Die entstandene Urform der Forelle wurde größer, bunter und wuchs schneller und war vor allem gesünder. Auch die Pflanzen brauchten angeblich keinen Dünger und keine Pestizide. Die Forschung mündete bei Ciba Geigy (heute Novartis) in einige Patentschriften (Patent Fischzucht
, Patent Agrarzucht
) und in der Einstellung der Forschung - wahrscheinlich, weil diese Technik viel zu einfach wäre.
Der Effekt scheint zu sein, dass die "Evolution" praktisch einen Sprung rückwärts macht. Bekannt ist, dass während der Ontogenese (Embryogenese) höhere Organismen die Entwicklung der Evolution im Eildurchlauf durchmachen. Wahrscheinlich wird an dieser Stelle eingegriffen und diese Entwicklung gestoppt.
Die Versuche belegen lediglich, dass sich Organismen bei veränderten Umweltbedingungen verändern können. Was nun an diesen Versuchensergebnissen nützlich sein soll, mag mir nicht einleuchten. In der Wissenschaft scheint das Thema nicht angekommen zu sein, was aber nichts heißen braucht. Ob es sich überhaupt um "Evolutionäre Rückbesinnung" handelt, anatomischen Atavismus, hohe phänotypische Plastiziät oder doch Genmutationen bleibt offen. Auch wirft das Buch mehr Fragen auf, als ich Antworten gefunden habe. Was ist, wie verhalten sich die Pflanzen in den Folgegenerationen? Und die Behauptung, dass diese Pflanzen weniger Pflanzenschutzmittel oder Dünger brauchen bezweifel ich. Großflächiger Anbau wurde nicht durchgeführt.
Mir ist diese Technik genauso wenig geheuer wie die Gentechnik. Sie versucht Probleme zu lösen, die nur durch Monokultur entstanden sind. Die Zukunft wird darin nicht liegen. Eines Tages wird man sich daran erinnern, dass in der Natur in der Regel dort am stabilsten ist, wo die Vielfalt am größten ist. Das Buch war interessant, bin aber froh es nur aus der Landesbibliothek ausgeliehen zu haben...
Links zum Thema: Die (Verkaufs-)Homepage www.urzeit-code.com, ein kleiner Film auf secret.tv, oder auf deutschlandnetz.de
Die Einstellung der Forschung wurde jedoch aus anderen Gründen getätigt. Wie es bereits vielerorts zitiert wurde, hätte Ciba Geigy weitergeforscht, hätten sie "am eigenen Ast gesägt." Denn ihre Cash-Cows waren Pestizide, Tiermedizin und Dünger.
Ja, Monokulturen führen zu den von dir genannten Folgen. Aber hier sollte auch erwähnt werden, was die Monokulturen nebst dem eingebracht haben: Produktivität. Damit verbunden ist natürlich die agrare Tragfähigkeit. Was denkst du, wäre Indien ohne sie? Indien fasst derzeit beinahe 1.2 Mrd. Einwohner. Könnten nicht hochgezüchtete Monokulturen in der Gangesebene eingesetzt werden, so müsstest du, sowie auch alle anderen Erdenbewohner, auf die wunderbaren IT-Spezialisten verzichten.
Waum also nicht Getreidesorten nutzen, die bereits positiv von der Natur getestet wurden? Was gibt es denn natürlicheres? Würden so nicht all die ethischen Bedenken rund um die Gentechnologie aus der Welt geschafft werden?
Meiner Meinung nach sollte die Öffentlichkeit von diesen Forschungen nicht nur Notiz nehmen. Denn die Frage kann und darf nicht heissen, ob wir es uns leisten können, dieses Phänomen weiter zu erforschen. Jeder Einzelne muss sich fragen: Können wir es uns leisten, diese Forschungen einzustellen, wenn die Erwartungen aus "Der Urzeit-Code" eintreffen?
Grüsse aus der Schweiz
Cayrix
Niemand spricht von den Folgen. Wie viel Fläche ist dadurch schon verloren gegangen? Die meisten Maßnahmen, die gefordert werden führen nur zu einem weiter so, ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit.
Auch die Urzeit-Pflanzen, können nicht zaubern, auch wenn das beschriebenen besser wäre, als das was jetzt unter konventioneller Landwirtschaft betrieben würde, doch es wäre auch nur ein weiter so.
Ökologische Rand- oder Übergangsysteme sind die produktivsten Systeme in der Natur. Leider sind sie nicht "wirtschaftlich" zu betreiben. Aber das wird der Weg sein, wenn wir alle Überleben wollen. Die Permakultur versucht sich darin schon erfolgreich.
Ich denke zu erkennen, worauf diese Diskussion herausläuft. Kapitalismus ja oder nein, welches System ist am stabilsten? Denn der Kapitalismus ist unumstritten der Auslöser für riesige Monokulturen. Ich werde hierfür kein Urteil abgeben. Nur soviel sei gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, wie Europa heute Aussehen würde ohne die Monokulturen. Und ich will es auch nicht, die Vorstellung wäre zu dunkel.
Ich komme aus einem kleinen Dorf in Luzern. Unsere Bauern halten sich immer noch an eine veränderte Dreifelderwirtschaft. Das macht die Produkte schlagartig teurer. Jedoch wird hier nachhaltig produziert, was ich überdies aufs Äusserste gutheisse. Doch dieses Dorf ist veraltet. Die schweizerische Landwirtschaft ist veraltet. Und Verbesserung kann man nur durch Fortschritt erreichen. Ich will damit nicht sagen, dass Fortschritt immer Verbesserung bedeutet. Doch könnten die Forschungen von Heinz Schürch und Guido Ebner ein Schritt "weiter so" sein.
Ist das schlecht? Eine grüne Revolution der Monokulturen? Nein. Zwar können die Urzeit-Pflanzen nicht zaubern, da muss ich dir wohl Recht geben
Ja, ökologische Rand- und Übergangssysteme sind sehr produktiv. Jedoch sind sie zu 100% unwirtschaftlich! Der Aufwand ist schlicht zu gross. Und zwar deutlich. Wenn wir alle überleben wollen, dann müssen wir unsere Landwirtschaft auf das jeweilige Ökosystem anpassen. Man kann nichts verallgemeinern.
Und beruhige dich ein wenig wegen der Angstmache um Rückschritt oder Fortschritt. Es gibt immer wieder Menschen die ein Zurück (wohin auch immer) fordern, nur es hat noch nie ein Zurück gegeben. Und nicht jeder Fortschritt, verdient auch den Namen. Die Frage wem nutzt der Fortschritt ist oft sehr hilfreich.
Es ist auch nicht ganz fair, die völlig überholte Dreifelderwirtschaft in diesem Zusammenhang anzubringen. Der Ökolandbau hat sich davon schon vor Jahrzehnten verabschiedet und ist aus meiner Sicht fortschrittlicher als der konventionelle Anbau, der unsere Ernährungsicherheit bieten soll, aber sie langfristig gefährdet. Und genau das forderst Du sogar: Wenn wir alle überleben wollen, dann müssen wir unsere Landwirtschaft auf das jeweilige Ökosystem anpassen.
Wirtschaftlichkeit und Kapitalismus sind für mich überholte Begriffe. Beides werden in Zukunft (hoffentlich) historische Begriffe sein. Denn was ist wirtschaftlich? Etwas, was darauf beruht letztendlich auf Kosten der Natur (Resourcen, Menschen, ...) profit zu schlagen. Das ist wenig nachhaltig.
Wenn man berücksichtigt, wie viele Menschen mit Sinn befreiten Tätigkeiten beschäftigt sind, haben wir genügend Hände, die an einer "gründen Revolution" teilnehmen können. Dann wäre für sie sicherlich das Leben wieder sinnvoller.
So meine Vision jedenfalls
Habe zufällig Deinen Eintrag gefunden. Hast Du mittlerweile die Versuche durchgeführt? mit reproduzierbaren Ergebnissen? könnte man sich die Ergebnisse Deiner Arbeit durchlesen? würde mich schon arg interessieren! freue mich auf eine Antwort! an c.claudel(at)gmx.de
Ob das kosten-nutzen-verhältniss der e-feld-lösung gegenüber der konventionellen anbau-methode höher bzw. besser ist würde mich sehr interessieren. Der Bau eines solchen feldes als auch die versorgung mit strom verschlingen sicherlich hohe kosten, welche auch in die herkömmliche methode investiert werden könnten. Interessant ist die e-feld methode aber allemale.
Ich hoffe wir werden hier auf dem laufenden gehalten Freu mich auf weitere artikel.
Liebe Grüße,
Euer Marko Gross
42.8% Mehrertrag bei im E-Feld gekeimten Kohlrabi "Lanro" (Brassica oleracea L. var. gongylodes L) gegenüber unbehandelten Kohrabi.
Gruss Cay
kann man die irgendwo lesen? Wäre sehr interessant - also ich wäre jedenfalls daran interessiert sie zu lesen.
Liebe Grüße Ralf
auf http://www.rumoro.de/urzeit_code.html , der Website meines Bekannten Wolfgang Utz, gibt es ebenfalls einiges zum Thema, auch Versuchsergebnisse von ihm.
Im Übrigen wird wohl nicht viel Strom, sondern lediglich eine HochSPANNUNG benötigt - in einem statischen Feld - und das auch nur relativ kurzzeitig (z.B. für's Saatgut).
Ich meine, eine Reparatur der immer mehr gentechnisch verseuchten Natur sollte uns wichtig sein. Wenn dies nicht durch geistiges Heilen gelingt oder die Natur das allein schafft, wäre der Urzeitcode vielleicht eine Option. Dafür muss er erst einmal gründlich erforscht werden. Es ist auch sicher ein großer Unterschied zur Gentechnik, da kein gewaltsamer Eingriff ins Erbgut vorgenommen wird. Zumindest verstehe ich - in Kombination mit der Theorie der expandierenden Erde - die Sache so: weniger Erddurchmesser = weniger Abstand Erde - Wolken = höhere Spannung und stärkere Entladungen bei Gewittern. Hallo Urzeit. Dass darum aus einem Frosch eine Hydra wird, glaube ich allerdings nicht.