Paus Crutzen, Nobelpreisträger stellte kürzlich seine Studie zu Biosprit vor. Bekannt wurde er durch seine Forschungen über das Ozonloch.
In der Studie ist zu lesen, dass die Produktion von Biosprit nach seinen Berechnungen je nach Ausgangsmaterial in der Bilanz gar nicht gut wegkommt. Es wird zwar in der Gesamtbilanz CO2 gespart, doch die enormen Mengen an Stickstoff, die beim Anbau verbraucht werden, werden zu einem gewissen Prozentsatz als Distickstoffdioxid-Emission wieder in die Atmosphäre freigesetzt. Dieses Gas wirkt 296 mal stärker als CO2. Bei Raps ist das Einsparpotentzial -170%, bei Mais +10% bis -150%. Zuckerrohr ist am günstigsten zwischen 10 und 50%, nur werden dafür Urwälder abgeholzt. Die Biokraftstoffindustrie versucht jetzt schon gegen zu steuern.
Schaut man weiter über den Tellerrand hinaus, wird klar, dass mit der Ausweitung der Produktion von Agrosprit auch die Wasserproblematik sich weiter zuspitzt. Nicht überall fällt genügend Wasser vom Himmel. Künstliche Bewässerung ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Sinkendes Grundwasser lässt Bäume sterben und die Beregnungsflächen versalzen. Diese Gier nach schnellem Profit ist nicht besonders Nachhaltig. Abgesehen von den eher sinkenden landbaulich nutzbaren Flächen und steigender Bevölkerung. Zum Glück ist steigen auch die Lebensmittelpreise, sodass sich das Herstellen von Pflanzenkraftstoffen auf Basis von Lebensmitteln nicht mehr lohnt.
Hoffen wir dass die Politik Konsequenzen daraus ableitet - zu erwarten ist das nicht.
So gut und richtig die Ergebnisse sind, so verwunderlich und absonderlich sind die Vorschläge zur "Rettung" der Welt durch Crutzen oder seines Kontrahenten. Da werden Vulkane stimulieren, um die Atmosphäre zu verdunkeln oder mit Riesenrohre im Meer versenkt, um nährstoffreiches Wasser zu den Algen zu bringen, damit sie "Kompensationsarbeit" leisten könnten. Die Folgen sind sicherlich nicht kalkulierbar. Mit fantasiereichem und technisch möglichen Fortschritt hat das aus meiner Sicht wenig zu tun.
Quellen: