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Unsere Hühner

Kriemhild zwischen den Himbeeren

Das Huhn könnte man als typischen Wappenvogel der kleinbäuerlichen Landwirtschaft bezeichnen. Aus modernen Wohnlandschaften völlig verschwunden und als eier- und fleischerzeugendes Betriebsmittel hinter die Tore der industriellen Agrarwirtschaft verbannt, erfährt es im ländlich strukturierten Raum noch ein geschätztes Dasein bei Hobbyhaltern und/oder Selbstversorgern. Hier bietet sich des Öfteren der Anblick einer kleinen Hühnerherde im Freiland.

Manchmal läuft auch ein Gockel mit und weckt mit seinem Hahnenschrei nostalgische Gefühle vom Leben auf dem Lande. Aufmerksam bewacht er seine Hennen und lockt sie mit ausgewählten Leckerbissen. Stolz ist sein Gang und sein Gefieder schillert in der Sonne. Bei schönem trockenen Wetter ist die Hühnerschar stets eifrig beschäftigt mit der Suche nach Käfern, Würmern, Sämereien, Keimlingen und anderen attraktiven Dingen. Unermüdlich wird in der Erde gescharrt und gekratzt. Auch das Sandbad zur Gefiederpflege darf nicht vernachlässigt werden. Feuchtigkeit und Kälte scheint das liebe Federvieh nicht zu mögen. Aufgeplustert und mit eingezogenen Köpfen verharren sie unter einem schützenden Busch, ja sogar im Stall, bis die ungemütliche Witterung vorüber ist und die Sonne zu neuen Aktivitäten drängt.

Wer sich die Zeit nimmt solch eine Hühnergesellschaft ein Weilchen zu beobachten wird ein breites Verhaltens- und Stimmspektrum entdecken und bestimmt nochmals als Zaungast vorbeischauen. Es lohnt sich auch die leckeren Eier zu probieren: Goldgelbe Dotter und ein würziges Aroma bieten ein unvergleichliches Geschmackserlebnis. Wer Lust hat unsere Hühner ein Weilchen zu beobachten ist herzlich eingeladen zur Bildergalerie.

Wissenswertes und Nachdenkliches über Hühner

Das Huhn hat während seiner rund 3000 jährigen Domestikationsgeschichte zahlreiche züchterische Veränderungen erfahren. Ausgehend vom ursprünglichen Wildhuhn mit zwei bis drei ca. 10 Eier umfassenden Gelegen pro Jahr (!) und einem natürlichen Nahrungsprektrum aus Insekten, Larven, Würmern, Knospen und allerlei Sämereien haben sich zahlreiche Rassen entwickelt die nach Farbe, Form, Größe und besonders nach Lege- und Mastleistung selektiert wurden. Heute sind ca. 150 verschiedene Rassen bekannt, deren Grobeinteilung nach Eier-, Fleisch- und Zweinutzungsrassen erfolgt.

Alte, heute teilweise in Vergessenheit geratene Landhuhnschläge zeigen nicht nur akzeptable Lege- und Mastleistungen ("Rheinländer" ca. 180 Eier pro Jahr) sondern sind durch Eigenschaften wie Vitalität, Robustheit und großes Futteraufnahmevermögen hervorragend an die jeweiligen Umwelt- und Haltungsbedingungen im Freiland angepaßt. Zudem zeigen sie gute soziale Eigenschaften und kommen mit hofeigenem Körner- und Freilandfutter aus.

Eine andere Entwicklung hat bei den reinen Wirtschaftsrassen und in der Hybridzucht (d.h. Kreuzungszucht aus zwei oder mehr Rassen, die man nicht mehr "selber" vermehren kann) stattgefunden. Die hohe Leistung bei Legehennen (>260 Eier pro Jahr) ist ohne konditioniertes Stallklima, Kunstlichtprogramme und hochkonzentrierte Futterrationen (Fischmehl, früher auch Tiermehl, Soja) nicht denkbar. Zudem zeigen sie eine starke Nervositätsneigung bei schlechtem Stressabpufferungsvermögen. Schon auf kleinste Klima- oder Futterabweichungen reagieren sie mit Leistungseinbußen. Federpicken und Kannibalismus sind keine Seltenheit.

Hochleistungshybriden werden aus reinen Inzuchtlinien gekreuzt und sind zwar nicht unfruchtbar, können jedoch nicht mehr die gleiche Rasse aus sich selber heraus reproduzieren. Solche Tiere entstehen und funktionieren nur durch die Zusammenarbeit aus Hybridzucht, Gentechnik, Tierernährung, chemisch-synthetischer Wirkstoffproduktion und nicht zuletzt dem Verbraucher, der zu den billigsten Eiern greift. Der eigentliche Hühnerhalter hat seine Unabhängigkeit verloren.

Auch sollte man sich das Zuchtziel genaustens vor Augen halten. Es geht nicht darum, dass das Huhn langlebig ist, sondern innerhalb von 11 Monaten möglichst viele Eier legt. Danach gibt es günstiges Suppenhuhn im Supermarkt.. Leider leidet die Rassegeflügelzucht auch an der nicht am Huhn orientierten Zucht. Meist werden die Zuchteltern selten älter als 2 Jahre, sodass eine Auslese selten nach langfristig gesunden Linien stattfindet, sondern das Aussehen fast alles ist. So haben gibt es einfach Rassen, die Probleme mit diversen Krankheiten haben, wie z.B. Kalkbeinigkeit. Die tritt anscheinend nur bei bestimmten Rassen auf, bei anderen nicht.

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