Die Pflanzenwelt im Biogarten
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Zwiebel (Allium cepa L. var. cepa)| Pflanzenfamilie: | Liliengewächse (Liliaceae) | | Typ: | Zwiebelfrucht | | Planetenkonstellation: | Wurzel | | Nährstoffbedarf: | Mittelzehrer | | Boden: | 6,75 pH | | Kulturdauer: | 180 Tage | | Günstige Vorkultur: | Erbse, Feldsalat, Spinat | | Mischkultur günstig mit: | Gurke, Möhre, Radieschen, Rettich, Salat, Tomate | | Mischkultur ungünstig mit: | Bohne, Erbse, Kohl | | Planzabstand: | 30x5 cm |
Aussaat - Pflanzung - Ernte
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Feb. |
Mär. |
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Jun. |
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Aussaat - Anzucht
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Pflanzung - Freiland
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Erntezeit
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Allgemeines
Die Zwiebel ist wohl aus unserer Küche kaum
wegzudenken. Sie ist Gemüse und Gewürz zugleich und
dürften mit ihren Verwandten zu den ältesten
verwendeten Gemüsen zählen. Der stechenden
Dämpfe kommen durch die schwefelhaltigen ätherische
Öle zustande.
Verwandte Gemüsearten sind Schnittlauch,
Schalotten, Lauch, Knoblauch und Spargeln.
Boden und Klima
Günstig sind warme, humus- und
nährstoffreiche, leichte bis mittelschwere Böden
(sandige Lehme, lehmige Sande, Löß) mit neutralem
pH, die gut wasserdurchlässig sind, also nicht zu
Staunässe tendieren aber auch ein ausreichendes
Wasserhaltevermögen haben. Der Boden sollte locker und
humusreich sein. Der Boden wird möglichst im Herbst vor dem
Anbau schon mit Kompost versorgt. und eventuell gemulcht. Niemals
frischen Mist zum düngen verwenden. Ist der Boden zu
stickstoffreich oder werden zu stickstoffhaltige Dünger
verwendet reifen die Zwiebeln schlecht aus und sind
krankheitsanfälliger.
Im Frühjahr sollte der Boden schnell abtrocknen, um
eine frühe Aussaat zu ermöglichen.
Ungünstig sind schwere Böden, zu
Verschlämmung neigende Böden und arme
Sandböden. Feuchte Lagen, wie Senken und Flächen mit
hohem Grundwasserstand sind ungeeignet.
Zwiebeln mögen es besonders sonnig und warmes
trockenes Sommerwetter. Ein jährlicher Niederschlag von
weniger als 750mm sind günstiger.
Um die Verpilzungsgefahr einzudämmen, sollten die
Bestände schnell abtrocknen können. Windoffene Lagen
sind demnach gut geeignet für den Zwiebelanbau.
Anbau
Ganz allgemein werden Zwiebeln in zweiter oder dritter Tracht
nach den Starkzehrern angebaut. Eine Mischkultur mit Karotten wird
immer wieder empfohlen, das sie sich gegenseitig die Zwiebelfliege oder
Lauchmotte und die Möhrenfliege abhalten sollen. Ich kann das
so leider nicht bestätigen.
verschiedenen Zwiebelsorten
Steckzwiebeln
werden im April gesteckt, in Reihen mit 20-25cm Abstand und ein
Pflanzabstand von 10cm. Schalotten
brauchen einen höheren Pflanzabstand, da um sieh herum mehrere
Knollen heranwachsen. Weiße
Frühlingszwiebeln sind die ersten zu
erntenden Zwiebeln. Sie werden schon im August gesät
(20x3cm) und im Mai schon geerntet. In rauen Lagen brauchen sie im
Winter eine Schutzabdeckung. Lauchzwiebeln
bilden erst gar keine Knolle, sondern nur einen verdickten Schaft. Sie
kann das ganze Jahr über angebaut werden. Winterheckenzwiebeln
sind sogar mehrjährig und werden ähnlich dem
Schnittlauch geschnitten. Gemüsezwiebel
werden vorgezogen. Der Reihenabstand im Ökolandbau ist dieser
eher weiter und wird selten unter 30cm liegen.
Fruchtfolge
Gute Vorkulturen sind Getreide, Kartoffeln, alle
Kreuzblütler (Kohlgewächse) und abfrierende
Zwischenfrüchte. Diese Kulturen sollen nicht zu viele
Ernterückstände auf dem Feld belassen.
Ungünstig sind alle Liliengewächse,
Gänsefußgewächse und keine
Doldenblütler. Hier sollte eine Anbaupause von 5 Jahren
gewährleistet sein.
Als Nachkultur sollten keine Liliengewächse und auch
keine Hülsenfrüchte folgen.
Im gleichen Jahr ist es möglich als Folgekultur
Getreide, Winterspinat oder spätverträgliche
Gründüngung anzubauen.
Düngung
Da die Zwiebel sehr geringe
Nährstoffansprüche. Eine Kompostgabe mit gut
verrottetem Kompost im Herbst ist meist völlig ausreichend.
150-200dt/ha Kompost ist möglich. Wichtig für die
Gesundheit und Lagerfähigkeit ist ein gutes
Kalium-Stickstoffverhältnis.
Anzucht
Man unterscheidet bei der Anzucht zwei Methoden: Das erste
sind die Steckzwiebeln und das zweite sind die Säzwiebeln..
Beides hat seine Vor- und Nachteile. Vorteile der Steckwiebeln liegt in
der schnellen Jugendentwicklung und damit auch dem Unkrautdruck
gewachsen zu sein. Die Lagerfähigkeit ist jedoch bei den
Sorten der Steckzwiebeln nicht so gut wie bei den Säzwiebeln.
Die Säzwiebeln haben eine lange Jugendentwicklung, sind damit
sehr empfindlich gegenüber dem Unkrautdruck und werden eher
auf unkrautärmeren Standorten angebaut. Dies wirkt sich auch
auf den Arbeitsaufwand aus (Steckzwiebeln ungefähr 25 Akh/ha,
Säwiebeln bis zu 400 Akh/ha).
Saatzwiebeln
Säzwiebeln werden ab Mitte März bis Anfang
April gesät. Bei Direktsaat werden 4-5kg/ha veranschlagt und
2-2.5cm tief gesät, was 60-80Pflanzen pro qm ergibt. Bei Bund-
und Lauchzwiebeln sind es sogar bis zu 160 Pflanzen pro qm.
Vorteilhaft ist die Voranzucht in Kästen. Wobei die Samen
dicht gesät werden und gut bei einer Bodentemperatur zwischen
18 und 27°C keimen. 3-4cm Abstand zwischen den
Pflänzchen ist Ideal. Eventuell umsetzen, wenn sie
gut aufrecht stehen. Die kleinen Zwiebelpflänzchen
mögen eine mittlere Temperatur von etwa 16°, was einer
Tagestemperatur von 21° und einer Nachttemperatur von
10° entspricht. So genau muss man es im kleinen
natürlich nicht nehmen, die Zwiebeln wachsen auch, wenn das
Temperaturoptimum nicht eingehalten wird. Gelesen hab ich auch, dass
man die Zwiebeln alle paar Wochen auf 5cm kürzen soll, weil
sie wahrscheinlich zu lange instabile Triebe bilden. Die
Pflänzchen werden langsam abgehärtet und Anfang April
auf 10cm Abstand ausgepflanzt. Natürlich können
Zwiebelsamen auch direkt ins Freiland gesät werden, jedoch
sollte man sich im klaren sein, dass viel Handarbeit auf einem zukommt.
Steckzwiebeln selber herstellen
Man sät einfach die Zwiebeln recht dicht aus und
vereinzelt die Zwiebelpflänzchen nicht. Diese Enge verhindert,
dass die Zwiebelknollen groß werden können. Die
Ernte erfolgt spätestens Ende Juli, beziehungsweise wenn die
Zwiebeln eine maximalen Durchmesser von 2cm erreicht haben.
Dickere Zwiebeln bergen die Gefahr, dass sie im nächsten Jahr
beim Stecken in Blüte gehen.
Nach der Ernte werden die rausgezogenen Steckzwiebelchen
für 8-10 Tage in der Sonne getrocknet. Wichtig ist, dass sie
schön getrocknet sind! Die vertrockneten Schloten werden
abgezupft, damit beim Setzen die Vögel nicht gleich alle
wieder herausziehen, weil sie denken es sind Würmer.
Die Aufbewahrung erfolgt unter trockenen, kühlen,
luftigen und wichtig frostfreien Ort, bis ins nächste
Frühjahr.
Steckzwiebeln
Der Steckzwiebelbedarf beträgt je nach Kalibrierung
600-1000kg pro Hektar.
Pflege und Bodenbearbeitung
Nach der Vorfrucht sollte der Boden intensiv flach bearbeitet
werden. Wurzel- und Samenunkräuter sollten weitestgehend
bekämpft worden sein. Das Saatbett sollte
feinkrümelig sein.
Die Arbeiten im Zwiebelanbau beschränken sich darauf
den Boden locker zu halten und den Boden unkrautfrei. Ziel sollte es
sein, das Unkraut schon vor der Kultur reguliert zu haben. Die Zwiebeln
sollten drei Wochen nach auflaufen unkrautfrei sein. Mit dem
Hacken also früh beginnen. Da die Zwiebeln flache Wurzeln
haben und das größeres Zwiebellaub ist sehr
empfindlich, muss man behutsam dabei vorgehen. Saatzwiebeln sind
aufgrund ihrer langen Keimzeit und der schlechten Bodenbedeckung
konkurenzschwach. Gerade im Bioanbau ist deshalb der Anbau von
Steckzwiebeln zu bevorzugen.
Mit zunehmender Zwiebelgröße kann auch
angehäufelt werden.
Abflammen
Durchgesetzt hat sich bei den Säzwiebeln das
Abflammen. Die aufgelaufenen Zwiebeln sollten in der Mehrzahl nicht
größer sein als 1-2cm (Peitschenstadium).
Späteres abflammen führt zu
größeren Verlusten. Beim Steckzwiebelanbau kann im
5-8cm eventuell bis 25cm Röhrenstadium mit angewinkeltem
Brenner gearbeitet werden. Dabei dürfen die
Röhren nicht beschädigt werden.
Auch eine Spätverunkrautung ist unerwünscht,
das diese die Ernte erschwert.
Schädlinge und Krankheiten
Einige Pilzkrankheiten wie die Zwiebelhalsfäule
(Botrytis sp.) und Falscher Mehltau (Peronospora schleideni) sind
häufig anzutreffen. Vorbeugende Maßnahmen sind ein
gut durchlässiger Boden und eine gute Fruchtfolge.
Pflaneznstärkungsmittel können hilfreich sein.
Teilweise wird auch gegen Ende der Kultur Kupfermittel eingesetzt. Zu
vermeiden ist auch, frühe und späte Zwiebeln
nebeneinander anzubauen, sodass sie sich gegenseitig nicht anstecken
können.
Die Zwiebelfliege (Hylemya antiqua) und Lauchmotte (Acrolepia
assectella) können in Befallsgegenden nur mit
Pflanzenschutznetzen abgehalten werden. Zu erhöhtem
Zwiebelfliegenbefall kann es auch durch zu viel Stickstoff im Boden
kommen.
Tripse (Trips ssp) saugen an den Blätter, die dann
silbrig-streifig getupft aussehen. Sie treten vor allem bei
warmtrockener Witterung auf. Bewässern und lockern des Bodens
kann schon helfen.
Ernte
Zwiebeln sind reif, wenn das Laub anfängt zu
vergilben und sich selbst umlegt. Bei Saatzwiebeln fängt das
im August an und kann bis in den September hinein gehen. Steckzwiebel
mit dem Reif werden früher dran. Die Erntereife ist
erreicht, wenn mindestens 75% des Bestandes das Laub abgelegt haben. Zu
frühes Roden führt zu schlechterer
Lagerfähigkeit und zu spätes kann zum Abfallen der
Schalen und zu früherem Austreiben führen.
Am besten an einem warmen sonnigen Tag aus der Erde ziehen und
auf Stiegen trocknen lassen und die Erdreste und losen Schalen
entfernen. Mindestens eine Woche trocknen lassen und ein bis zwei mal
Wenden. Je nach belieben zu dekorativen Zöpfen flechten.
Erntemengen liegen meist um 300dt/ha. Je nach Befall von
Krankheiten und Schädlingen und Unkrautbefall, können
die Ernteerträge deutlich niedriger liegen.
Lagerung
Die Lagerung der ungeputzten trockenen Zwiebeln erfolgt an
einem trockenen, und gut luftigen Ort. Leichte Fröste bis
-6° sind nicht schädlich, wenn die Zwiebeln dabei
nicht bewegt werden. Zöpfe lassen sich gut aufhängen.
Die Temperaturen sollten nicht über 30° steigen.
Man sollte nur einwandfreie, unbeschädigte Zwiebeln
einlagern. Dies verhindert Lagerschäden.
Vermehrung - Samenerzeugung
Für die geschlechtliche Vermehrung brauchen die
Zwiebeln Insekten zum bestäuben der Blüten.
Sie hat aber in der Regel auch die Möglichkeit sich
ungeschlechtlich über Tochterzwiebeln zu vermehren. Dies wird
im Gartenbau meines Wissens nach nicht verwendet.
Wichtig: Grundsätzlich werden nur gute
Zwiebeln vermehrt, die Form, Farbe, Lagerfähigkeit und anderen
Wünschen entsprechen. Es erfolgt eine Auslesen nach
den gewünschten Kriterien. Also nicht die Zwiebeln
verwenden die gut Austreiben oder zu klein sind und weil sie sowieso
nicht mehr in der Küche verwendet werden. Es werden nur die
schönsten und lagerfähigsten verwendet. Die
ausgelesenen Zwiebeln werden im zweiten Jahr mit 10cm Abstand wieder
gesetzt, sobald der Boden bearbeitet werden kann.
Anschließend lässt man
sie blühen und Samen bilden. Nicht so
lagerfähige Sorten belässt man einfach im
Boden und gewinnt die Samen im Folgejahr. Hierbei kann leider nicht
nach Lagerfähigkeit selektiert werden.
Der Samenträger der Zwiebel kann etwa ein Meter hoch
wachsen und ist nicht immer so stabil, dass er sich von alleine Tragen
kann. Bei wenigen Zwiebeln, kann man diese auch festbinden. Da die
Samen nicht alle zur gleichen Zeit reifen, empfiehlt es sich kurz vor
dem Ausfallen, wenn die Samenträger noch
transportfähig sind, diese abzuernten und an einem trockenen
Platz nachreifen zu lassen und wenn Zeit ist, die Samen auszudreschen und zu
reinigen. Entweder mit dem Wind oder mit der Absinkmethode im Wasser.
Doch dies nur kurz und die Samen möglichst schnell wieder
trocknen..
Wie alle Samen mögen es auch die Zwiebelsamen nicht
feucht und warm. Bei trockenen kühlen Temperaturen sind
Zwiebelsamen gut 10 Jahre keimfähig.
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