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Die Pflanzenwelt im Biogarten

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Zwiebel (Allium cepa L. var. cepa)

Pflanzenfamilie: Liliengewächse (Liliaceae)
Typ: Zwiebelfrucht
Planetenkonstellation: Wurzel
Nährstoffbedarf: Mittelzehrer
Boden: 6,75 pH
Kulturdauer: 180 Tage
Günstige Vorkultur: Erbse, Feldsalat, Spinat
Mischkultur günstig mit: Gurke, Möhre, Radieschen, Rettich, Salat, Tomate
Mischkultur ungünstig mit: Bohne, Erbse, Kohl
Planzabstand: 30x5 cm

Aussaat - Pflanzung - Ernte

Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.

Aussaat - Anzucht
Pflanzung - Freiland
Erntezeit

Allgemeines

Die Zwiebel ist wohl aus unserer Küche kaum wegzudenken. Sie ist Gemüse und Gewürz zugleich und dürften mit ihren Verwandten zu den ältesten verwendeten Gemüsen zählen. Der stechenden Dämpfe kommen durch die schwefelhaltigen ätherische Öle zustande.

Verwandte Gemüsearten sind Schnittlauch, Schalotten, Lauch, Knoblauch und Spargeln.

Boden und Klima

Günstig sind warme, humus- und nährstoffreiche, leichte bis mittelschwere Böden (sandige Lehme, lehmige Sande, Löß) mit neutralem pH, die gut wasserdurchlässig sind, also nicht zu Staunässe tendieren aber auch ein ausreichendes Wasserhaltevermögen haben. Der Boden sollte locker und humusreich sein. Der Boden wird möglichst im Herbst vor dem Anbau schon mit Kompost versorgt. und eventuell gemulcht. Niemals frischen Mist zum düngen verwenden. Ist der Boden zu stickstoffreich oder werden zu stickstoffhaltige Dünger verwendet reifen die Zwiebeln schlecht aus und sind krankheitsanfälliger.

Im Frühjahr sollte der Boden schnell abtrocknen, um eine frühe Aussaat zu ermöglichen.

Ungünstig sind schwere Böden, zu Verschlämmung neigende Böden und arme Sandböden. Feuchte Lagen, wie Senken und Flächen mit hohem Grundwasserstand sind ungeeignet.

Zwiebeln mögen es besonders sonnig und warmes trockenes Sommerwetter. Ein jährlicher Niederschlag von weniger als 750mm sind günstiger.

Um die Verpilzungsgefahr einzudämmen, sollten die Bestände schnell abtrocknen können. Windoffene Lagen sind demnach gut geeignet für den Zwiebelanbau.

Anbau

Ganz allgemein werden Zwiebeln in zweiter oder dritter Tracht nach den Starkzehrern angebaut. Eine Mischkultur mit Karotten wird immer wieder empfohlen, das sie sich gegenseitig die Zwiebelfliege oder Lauchmotte und die Möhrenfliege abhalten sollen. Ich kann das so leider nicht bestätigen.

verschiedenen Zwiebelsorten

Steckzwiebeln werden im April gesteckt, in Reihen mit 20-25cm Abstand und ein Pflanzabstand von 10cm. Schalotten brauchen einen höheren Pflanzabstand, da um sieh herum mehrere Knollen heranwachsen. Weiße Frühlingszwiebeln sind die ersten zu erntenden Zwiebeln. Sie werden schon im August gesät (20x3cm) und im Mai schon geerntet. In rauen Lagen brauchen sie im Winter eine Schutzabdeckung. Lauchzwiebeln bilden erst gar keine Knolle, sondern nur einen verdickten Schaft. Sie kann das ganze Jahr über angebaut werden. Winterheckenzwiebeln sind sogar mehrjährig und werden ähnlich dem Schnittlauch geschnitten. Gemüsezwiebel werden vorgezogen. Der Reihenabstand im Ökolandbau ist dieser eher weiter und wird selten unter 30cm liegen.

Fruchtfolge

Gute Vorkulturen sind Getreide, Kartoffeln, alle Kreuzblütler (Kohlgewächse) und abfrierende Zwischenfrüchte. Diese Kulturen sollen nicht zu viele Ernterückstände auf dem Feld belassen. Ungünstig sind alle Liliengewächse, Gänsefußgewächse und keine Doldenblütler. Hier sollte eine Anbaupause von 5 Jahren gewährleistet sein.

Als Nachkultur sollten keine Liliengewächse und auch keine Hülsenfrüchte folgen.

Im gleichen Jahr ist es möglich als Folgekultur Getreide, Winterspinat oder spätverträgliche Gründüngung anzubauen.

Düngung

Da die Zwiebel sehr geringe Nährstoffansprüche. Eine Kompostgabe mit gut verrottetem Kompost im Herbst ist meist völlig ausreichend. 150-200dt/ha Kompost ist möglich. Wichtig für die Gesundheit und Lagerfähigkeit ist ein gutes Kalium-Stickstoffverhältnis.

Anzucht

Man unterscheidet bei der Anzucht zwei Methoden: Das erste sind die Steckzwiebeln und das zweite sind die Säzwiebeln.. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Vorteile der Steckwiebeln liegt in der schnellen Jugendentwicklung und damit auch dem Unkrautdruck gewachsen zu sein. Die Lagerfähigkeit ist jedoch bei den Sorten der Steckzwiebeln nicht so gut wie bei den Säzwiebeln. Die Säzwiebeln haben eine lange Jugendentwicklung, sind damit sehr empfindlich gegenüber dem Unkrautdruck und werden eher auf unkrautärmeren Standorten angebaut. Dies wirkt sich auch auf den Arbeitsaufwand aus (Steckzwiebeln ungefähr 25 Akh/ha, Säwiebeln bis zu 400 Akh/ha).

Saatzwiebeln

Säzwiebeln werden ab Mitte März bis Anfang April gesät. Bei Direktsaat werden 4-5kg/ha veranschlagt und 2-2.5cm tief gesät, was 60-80Pflanzen pro qm ergibt. Bei Bund- und Lauchzwiebeln sind es sogar bis zu 160 Pflanzen pro qm. Vorteilhaft ist die Voranzucht in Kästen. Wobei die Samen dicht gesät werden und gut bei einer Bodentemperatur zwischen 18 und 27°C keimen. 3-4cm Abstand zwischen den Pflänzchen ist Ideal. Eventuell umsetzen, wenn sie gut aufrecht stehen. Die kleinen Zwiebelpflänzchen mögen eine mittlere Temperatur von etwa 16°, was einer Tagestemperatur von 21° und einer Nachttemperatur von 10° entspricht. So genau muss man es im kleinen natürlich nicht nehmen, die Zwiebeln wachsen auch, wenn das Temperaturoptimum nicht eingehalten wird. Gelesen hab ich auch, dass man die Zwiebeln alle paar Wochen auf 5cm kürzen soll, weil sie wahrscheinlich zu lange instabile Triebe bilden. Die Pflänzchen werden langsam abgehärtet und Anfang April auf 10cm Abstand ausgepflanzt. Natürlich können Zwiebelsamen auch direkt ins Freiland gesät werden, jedoch sollte man sich im klaren sein, dass viel Handarbeit auf einem zukommt.

Steckzwiebeln selber herstellen

Man sät einfach die Zwiebeln recht dicht aus und vereinzelt die Zwiebelpflänzchen nicht. Diese Enge verhindert, dass die Zwiebelknollen groß werden können. Die Ernte erfolgt spätestens Ende Juli, beziehungsweise wenn die Zwiebeln eine maximalen Durchmesser von 2cm erreicht haben. Dickere Zwiebeln bergen die Gefahr, dass sie im nächsten Jahr beim Stecken in Blüte gehen.

Nach der Ernte werden die rausgezogenen Steckzwiebelchen für 8-10 Tage in der Sonne getrocknet. Wichtig ist, dass sie schön getrocknet sind! Die vertrockneten Schloten werden abgezupft, damit beim Setzen die Vögel nicht gleich alle wieder herausziehen, weil sie denken es sind Würmer. Die Aufbewahrung erfolgt unter trockenen, kühlen, luftigen und wichtig frostfreien Ort, bis ins nächste Frühjahr.

Steckzwiebeln

Der Steckzwiebelbedarf beträgt je nach Kalibrierung 600-1000kg pro Hektar.

Pflege und Bodenbearbeitung

Nach der Vorfrucht sollte der Boden intensiv flach bearbeitet werden. Wurzel- und Samenunkräuter sollten weitestgehend bekämpft worden sein. Das Saatbett sollte feinkrümelig sein.

Die Arbeiten im Zwiebelanbau beschränken sich darauf den Boden locker zu halten und den Boden unkrautfrei. Ziel sollte es sein, das Unkraut schon vor der Kultur reguliert zu haben. Die Zwiebeln sollten drei Wochen nach auflaufen unkrautfrei sein. Mit dem Hacken also früh beginnen. Da die Zwiebeln flache Wurzeln haben und das größeres Zwiebellaub ist sehr empfindlich, muss man behutsam dabei vorgehen. Saatzwiebeln sind aufgrund ihrer langen Keimzeit und der schlechten Bodenbedeckung konkurenzschwach. Gerade im Bioanbau ist deshalb der Anbau von Steckzwiebeln zu bevorzugen.

Mit zunehmender Zwiebelgröße kann auch angehäufelt werden.

Abflammen

Durchgesetzt hat sich bei den Säzwiebeln das Abflammen. Die aufgelaufenen Zwiebeln sollten in der Mehrzahl nicht größer sein als 1-2cm (Peitschenstadium). Späteres abflammen führt zu größeren Verlusten. Beim Steckzwiebelanbau kann im 5-8cm eventuell bis 25cm Röhrenstadium mit angewinkeltem Brenner gearbeitet werden. Dabei dürfen die Röhren nicht beschädigt werden.

Auch eine Spätverunkrautung ist unerwünscht, das diese die Ernte erschwert.

Schädlinge und Krankheiten

Einige Pilzkrankheiten wie die Zwiebelhalsfäule (Botrytis sp.) und Falscher Mehltau (Peronospora schleideni) sind häufig anzutreffen. Vorbeugende Maßnahmen sind ein gut durchlässiger Boden und eine gute Fruchtfolge. Pflaneznstärkungsmittel können hilfreich sein. Teilweise wird auch gegen Ende der Kultur Kupfermittel eingesetzt. Zu vermeiden ist auch, frühe und späte Zwiebeln nebeneinander anzubauen, sodass sie sich gegenseitig nicht anstecken können.

Die Zwiebelfliege (Hylemya antiqua) und Lauchmotte (Acrolepia assectella) können in Befallsgegenden nur mit Pflanzenschutznetzen abgehalten werden. Zu erhöhtem Zwiebelfliegenbefall kann es auch durch zu viel Stickstoff im Boden kommen.

Tripse (Trips ssp) saugen an den Blätter, die dann silbrig-streifig getupft aussehen. Sie treten vor allem bei warmtrockener Witterung auf. Bewässern und lockern des Bodens kann schon helfen.

Ernte

Zwiebeln sind reif, wenn das Laub anfängt zu vergilben und sich selbst umlegt. Bei Saatzwiebeln fängt das im August an und kann bis in den September hinein gehen. Steckzwiebel mit dem Reif werden früher dran. Die Erntereife ist erreicht, wenn mindestens 75% des Bestandes das Laub abgelegt haben. Zu frühes Roden führt zu schlechterer Lagerfähigkeit und zu spätes kann zum Abfallen der Schalen und zu früherem Austreiben führen.

Am besten an einem warmen sonnigen Tag aus der Erde ziehen und auf Stiegen trocknen lassen und die Erdreste und losen Schalen entfernen. Mindestens eine Woche trocknen lassen und ein bis zwei mal Wenden. Je nach belieben zu dekorativen Zöpfen flechten.

Erntemengen liegen meist um 300dt/ha. Je nach Befall von Krankheiten und Schädlingen und Unkrautbefall, können die Ernteerträge deutlich niedriger liegen.

Lagerung

Die Lagerung der ungeputzten trockenen Zwiebeln erfolgt an einem trockenen, und gut luftigen Ort. Leichte Fröste bis -6° sind nicht schädlich, wenn die Zwiebeln dabei nicht bewegt werden. Zöpfe lassen sich gut aufhängen. Die Temperaturen sollten nicht über 30° steigen.

Man sollte nur einwandfreie, unbeschädigte Zwiebeln einlagern. Dies verhindert Lagerschäden.

Vermehrung - Samenerzeugung

Für die geschlechtliche Vermehrung brauchen die Zwiebeln Insekten zum bestäuben der Blüten. Sie hat aber in der Regel auch die Möglichkeit sich ungeschlechtlich über Tochterzwiebeln zu vermehren. Dies wird im Gartenbau meines Wissens nach nicht verwendet.

Wichtig: Grundsätzlich werden nur gute Zwiebeln vermehrt, die Form, Farbe, Lagerfähigkeit und anderen Wünschen entsprechen. Es erfolgt eine Auslesen nach den gewünschten Kriterien. Also nicht die Zwiebeln verwenden die gut Austreiben oder zu klein sind und weil sie sowieso nicht mehr in der Küche verwendet werden. Es werden nur die schönsten und lagerfähigsten verwendet. Die ausgelesenen Zwiebeln werden im zweiten Jahr mit 10cm Abstand wieder gesetzt, sobald der Boden bearbeitet werden kann. Anschließend lässt man sie blühen und Samen bilden. Nicht so lagerfähige Sorten belässt man einfach im Boden und gewinnt die Samen im Folgejahr. Hierbei kann leider nicht nach Lagerfähigkeit selektiert werden.

Der Samenträger der Zwiebel kann etwa ein Meter hoch wachsen und ist nicht immer so stabil, dass er sich von alleine Tragen kann. Bei wenigen Zwiebeln, kann man diese auch festbinden. Da die Samen nicht alle zur gleichen Zeit reifen, empfiehlt es sich kurz vor dem Ausfallen, wenn die Samenträger noch transportfähig sind, diese abzuernten und an einem trockenen Platz nachreifen zu lassen und wenn Zeit ist, die Samen auszudreschen und zu reinigen. Entweder mit dem Wind oder mit der Absinkmethode im Wasser. Doch dies nur kurz und die Samen möglichst schnell wieder trocknen..

Wie alle Samen mögen es auch die Zwiebelsamen nicht feucht und warm. Bei trockenen kühlen Temperaturen sind Zwiebelsamen gut 10 Jahre keimfähig.


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