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Die Pflanzenwelt im Biogarten

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Möhre, Karotte (Daucus carota L. ssp. sativus)

Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Umbelliferae)
Typ: Wurzelfrucht
Planetenkonstellation: Wurzel
Nährstoffbedarf: Mittelzehrer
Boden: 6,75 pH
Kulturdauer: 130 Tage
Günstige Vorkultur: Bohne, Lauch, Spinat
Mischkultur günstig mit: Erbse, Knoblauch, Radieschen, Rettich, Schnittlauch, Tomate, Zwiebel
Keimtemperatur: 5 °C
Saattiefe: 2 cm
Planzabstand: 20-30x2-5 cm

Aussaat - Pflanzung - Ernte

Jan. Feb. Mär. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.

Aussaat - Anzucht
Pflanzung - Freiland
Erntezeit

Allgemeines

Die Karotte oder Möhre ist wahrscheinlich eine Kreuzung aus der wilden und der Riesenmöhre aus dem Mittelmeergebiet. Sie ist jedenfalls seit der Zeitenwende schon bei den Römern und Germanen bekannt gewesen.

Boden und Klima

Idealerweise wird der Boden im Herbst vorher mit reifem Kompost gedüngt. Frischen Mist mag die Karotte einfach nicht.

Aussaat

Mören werden in der Regel direkt ins Freiland gesät. Da die Samen recht klein sind ist es ratsam diese bei der Handaussaat mit Sand oder getrocknetem Kaffeepulver zu vermischen, um weniger Samen in die Reihe zu legen. Das spart Saatgut und Arbeitszeit beim Ausdünnen.

In einem Buch hab ich einen Trick gelesen, den ich aber selber noch nicht ausprobiert habe. Die Keimdauer der Karotte beträgt bis zu vier Wochen. Gerade im zeitigen Frühjahr wächst das Unkraut schneller als die zarten Karottenkeimlinge. Deshalb werden die Samen im Februar oder März mit feingesiebten Kompost vermischt und leicht feucht gehalten. Die Mischung wird an einem geschützten Ort aufbewahrt und alle paar Tage vorsichtig das Gemisch wenden. Ab Ende der dritten Woche wird täglich kontrolliert, ob die Samen nicht schon anfangen zu keimen. Fangen die Samen an zu keimen, werden diese vorsichtig in die vorbereiteten Rillen gestreut, mit feiner Erde zugedeckt und mit Feingefühl leicht angedrückt.

Diese Vorgehensweise kann man natürlich auch später noch anwenden, um Zeit einzusparen. Das ist dann wichtig, wenn die Flächen klein sind und man die Anbauzeiten verkürzen möchte.

Auch im biologisch-dynamischen Anbau werden teilweise die Möhrensamen mit dem biodynamischen Baldrian-Präparat eingeweicht. Dies bewirkt ebenfalls ein schnelleres (nach zehn anstatt 28 Tagen) und gleichmäßigeres Auflaufen. Das Rezept sieht folgendermaßen aus: 12,5ml Baldrian-Präparat wird mit einem halben Liter Wasser 10 Minuten lang dynamisiert (gut verrührt). Das Saatgut wird in einen Stoffbeutel gefüllt und darin einen Tag lang quellen lassen. Nach dem raushohlen wird vorsichtig möglichst trocken geschleudert und ausgesät. Die Aussaat sei besser durchzuführen, da die Samen doppelt so schwerer sind wie die trockenen.

Pflege

Damit das Unkrautjäten (falls man es durchführen möchte) gerade in der Anfangszeit leichter fällt, kann man schnell keimende Samen (Radischen, Salat) vereinzelt mit in die Karottenreihe säen.

Die biologisch-dynamischen Präparate Hornmist und Hornkiesel können gut und gerne vier mal angewendet werden.

Lagerung

Die Karotte mag es kühl (nahe dem Gefrierpunkt), dunkel und feucht. Eine Erdmiete ist ideal, aber auch im Sand lässt sie sich gut lagern. Dieses Verpackungsmaterial sollte alle paar Jahre ausgewechselt werden, jedoch spätestens wenn faulige Karotten dazwischen waren.

Vermehrung - Samengewinnung

Die Saatgutvermehrung bei Karotten ist nicht ganz so einfach, da die Kultursorte sich leicht mit der "Wilden Möhre" kreuzt. Entweder man schneidet alle wilden Möhren im Umkreis von einigen hundert Metern. Für absolute Sortenreinheit werden 500m Sicherheitsabstand empfohlen. Alternativ sorgt man dafür, dass die Bestäubung lediglich durch die zu vermehrende Kultursorte erfolgt. Ob das alles so geklappt hat, sieht man dann sehr leicht bei der nächsten Ernteperiode.

Da die Karotten zweijährig sind bilden sie erst im zweiten Jahr Samen. So kann und sollte man die zu vermehrenden Karotten im späten Herbst, bevor der Boden friert ernten, aussuchen und in Mieten überwintern. Zur Lagerung siehe oben. Das Kraut wird bis auf 2-3cm zurück geschnitten. Wichtig ist, dass das der Vegetationskegel nicht zerstört wird, sonst treiben sie nicht mehr aus. Diese qualitativ und quantitativ selektierten Karotten werden im darauf folgenden Frühjahr wieder ausgesetzt. In südlichen Gefilden oder milden Wintern kann man die Karotten auch draußen überwintern. Das hat jedoch den Nachteil, dass keine Selektion stattfindet. Eine Verschlechterung der Sorteneigenschaften ist so nicht zu verhindern.

Die Karottenpflanze wird um einen Meter hoch und hat einige Dolden. Sie braucht deutlich mehr Platz als Karotten die zum Verzehr geerntet werden. Ein Pflanzabstand von 40-50cm ist ausreichend. Die Samen werden im September reif. Leider über einen längeren Zeitraum. Entweder man macht sich die Mühe und Erntet häppchenweise oder wie auf den Bildern beschrieben. Wenn es anfängt zu feucht zu werden, schneidet man einfach die Dolden ab und bindet einen oder mehrere Sträuße und lässt mindestens 2-3 Wochen nachreifen und nachtrocknen. Wenn dann genügend Zeit vorhanden ist, werden die Samen einfach abgeschlagen oder mit Lederhandschuhen abgestreift.

Um die Bilder in groß zu sehen,
einfach darauf klicken.

Das erste Bild zeigt die abgeschnittenen Dolden, die ich zum weiteren Trocknen aufgehängt hatte. Das zweite Bild eine Dolde im Großformat. Das Dritte zeigt die abgeschlagenen Samen, jedoch noch unbearbeitet. Diese sind sehr stachelig und lassen sich so schlecht aussäen, in einem Gerät schon gar nicht. Diese hab ich dann zwischen Arbeitshandschuhen gerieben, bis sie so aussahen wir auf dem letzten Bild - fast verkaufstauglich. Mittels Windsichtung werden die feinen Bärte und Stäube weggeblasen. Übrig bleiben lediglich die reinen Karottensamen.


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