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Obstbäume & Beerenobst

Allgemeines

Wer das Wesen des Obstbaums versteht, erntet verführerisches.

Das wichtigste im Leben für die Pflanze ist die Sonne, sie ist der entscheidende Faktor für den Geschmack und für die gleichmäßige Ausfärbung. Niedrigstämme sind ideal für viel Handarbeit, sollte aber aus meiner Sicht begrenzt bleiben für den Erwerbsobstbau oder wenn einfach nur wenig Platz zur Verfügung steht.

Bäume fruchten in zwei Richtungen, die man beinflussen kann: Holz (Trieb) und Frucht. Dies gilt im Grunde für alle Pflanzen.

Die Baumscheibe sollte man offen halten, solange man den Erziehungsschitt macht. Dies hängt aber auch von der Bodenbeschaffenheit ab. Gräser sind im Jugendstadium eine Wasserkonkurenz. Das Mulchen der Baumscheibe von Sommer hinweg bis in den Winter hinein, verhindert den Unkrautbewuchs und das verdunsten von Wasser. Im zeitigen Frühjahr sollte sie auf jeden Fall offen sein, da dies eine schnellere Erwärmung des Boden bewirkt. Dies wirkt sich wiederum günstig auf das Wachstum aus. Für Niedrigstämme ist das wichtiger als für Hochstämme, in der Jugend wichtiger als im Alter.

Sämlingunterlagen sollen die lagerfähigsten Früchte bringen. In einem "Kleinsthof" würden normalerweise eher Hochstämme (Streuobst) stehen, die sowieso nur als Sämling angeboten werden. Sämlingunterlagen können einfach durch Aussaat von Kernen gezogen werden.

Auch bei den Obstbäumen sollte man auf eine Fruchtfolge achten. Rosengewächse im allgemeinen sind selbstunverträglich. Deshalb kommt es dazu, dass der neu gesetzte Baum nicht so wachsen will. Sollte es trotzdem wieder der gleiche Baum sein, eventuell mit Mist und Leguminosen die Bodenaktivität so steigern, dass das antiphytopathogene Potential sich voll entfalten kann oder zumindest ein paar Jahre dazwischen pausieren.

biologisch-dynamischer Obstbau

Im biologisch-dynamischen Landbau wird vor allem das Hornkiesel-Präparat immer wieder dirket auf den Baum versprüht. Das intensiviert die Licht- und Wärmewirkungen auf die Pflanze, stärkt sie und fördert ihr gesundes Wachstum. Pilze und Krankheiten haben dadurch weniger Chancen. Die Früchte werden harmonisch ausgebildet. Demeter (der Verband der biologisch-dynamischen Landbaus) setzt auf die Kräfte der Natur und nutzt sie ganzheitlich. Das Ziel ist Lebensmittel entstehen zu lassen, die nicht nur den Körper nähren sondern auch die Seele und den Geist.

Lebenszyklus oder Entwicklungsstadien eines Obstbaumes

Um die Pflegemanahmen richtig zu verstehen, muss man sich geistig mit dem Lebenszyklus beschäftigen. Genausowenig wie der menschliche Körper unsterblich ist und Jugend, Alter, Verkreisung und den Tod kennt, ist es gleich mit jedem Tier und jeder Pflanze. Man unterscheidet drei ineinander fließend übergehende Entwicklungsstadien: Jugendstadium, Hauptertragsstadium und das Alters- oder Abgangsstadium

Jugendstadium: Dieses Stadium ist geprägt von langen kräftigen Jahrestrieben. Der Baum hat nur ein Ziel: Möglichst schnell ein zukunftsträchtiges Trägergerüst zu entwickeln. Die Astwinkel sind in der Regel spitz. Die Wuchshemmenden Früchte werden erst langsam zugelassen. Langsam bilden sich Leitäste aus. Diese Phase dauert bei starkwachsenden Unterlagen länger als bei schwachwachsenden. Man hat jedoch durch die Pflegemaßnahmen einen erheblichen Einfluß darauf. Je nach Obstart kann es zwischen 7 und 15 Jahren dauern, bis diese fruchtet.

Hauptertragsstadium: Diese Phase ist vor allem wie der Name schon sagt geprägt durch hohe Erträge. Der Baum befindet sich im vegetativen-generativen (Triebbildung = Fruchtbildung) Gleichgewicht und demzufolge ist mit jährlich guten Ernten zu rechnen. Die Jahrestriebe sind deutlich ausgebildet und haben eine Länge von etwa. 20-30cm. Am Ende dieser Phase nehmen die Erträge langsam ab.

Alters- oder Abgangsstadium: Die Jahrestriebe sind kurz und der jährliche Zuwachs an Holz ist gering. Die stumpfen Astwinkel überwiegen. Der Baum bringt reichlich Frucht, da er sich am Ende seiner Tage generativ verausgabt. Die Qualität der Früchte nimmt ab. Die Alternanz nimmt in dieser Phase zu. Man sollte sich damit abfinden, dass ein Baum in solch einen Stadium sich befindet und ihn in Ruhe lassen. Denn ist dieser erst einmal vergreist, sollte man ihn mit Dankbarkeit seinen Lebenszyklus zu Ende gehen lassen.
Schlechte Pflege, kann einen Baum vorzeitig in dieses Stadium kommen lassen. Andersherum gesagt, verlängern die Pflegemaßnahmen das Lebensalter eines Obstbaumes um viele Jahre bzw. Jahrzehnte.
Das sich bildende Totholz ist wieder Lebensraum für viele Tiere, die heutzutage durch den Jugendwahn (den es auch im Garten oder im Obstbau gibt) keine Lebensgrundlage mehr haben.

Lebenszyklus:

Wer fruchtet wo?

Um zu verstehen, was, wie und ob geschnitten werden darf oder sollte, muss verstanden werden, wo die einzelnen Obstarten ihren Fruchtansatz ausbilden. Sonst schneidet man sich den Ertrag weg und dass möchte man sicherlich nicht. Nicht nur das bisher gesagt spielt eine Rolle, sonern auch ob man lieber Holz produziert. Deshalb muss man verstehen, wie das Wesen eines Obstbaumes sein möchte. Dazu unten mehr.

Die verschiedenen Triebe

  • Kurztrieb: Ein Trieb, dessen Längenwachstum stark gebremst ist. Er sieht gesaucht aus. Hier befinden sich oft viele Blütenknospen.
  • Langtrieb: Ein normal wachsender Trieb.
  • Wasserschosse: Der Baum versucht seinem Wesen nach wieder in Gleichgewicht zu kommen. Normalerweise gibt es nur wenige davon, die im Sommer gut zu entfernen sind.


Aprikose

Der Schnitt ist ähnlich der Pflaume, da die schönsten Früchte an den mehrmalstragenden Kurztrieben an kräftigen Langtrieben ausbilden. Die Aprikose blüht auch am einjährigen Holz. Das auslichten nach der Ernte hat sich bewährt. Verjüngungen sind ebenfalls nach der Ernte angezeigt


Pfirsich

Der Pfirsich fruchtet hautpsächlich an den Langtrieben. Deshalb sorgt man jedes Jahr für kräftige Langtriebe in der Krone. Bei zu reichem Behang, sollte man rechtzeitig ausdünnen. Der Pfirsich bildet verschiedene Triebe:

  • Holztrieb, wenn er nicht benötigt wird, sollte man ihn ganz oder bis auf 2-3 Augen wegschneiden
  • wahre Fruchttriebe werden auf ca. 20-40cm zurückgeschnitten. Dabei beläßt man 4-6 gemischte Knospen (Frucht+Holz).
  • falsche Fruchttriebe werden bis auf eine grundständige Holzknospe eingekürzt. Diese Tragen nur Blütenknospen, sind aber zu schwach.
  • Bukett-Triebe (kleine Blütenreiche Triebe) bleiben ungekürzt

Vereinfacht gesagt, schneidet (natürlich nach Gefühl) alles bis auf die Bukett-Triebe raus. Der "Sommerschnitt" zum Auslichten erfolgt am besten nach der Ernte.


Pflaume, Zwetsche, Mirabelle, Reneklode

Hauptsächlich bilden sich Blütenknospen dieser Obstarten an den Kurztrieben kräftiger zwei- und mehrjähriger Äste. Es entwickeln sich aber auch Blütenknospen am einjährigen Langtrieb, der im Folgejahr fruchtet.

Apfel

Der Apfel ist das biblische Sinnbild der Verführung. Weil man ihn mit allen Sinnen genießen kann. Ansehen, anfassen, riechen, reinbeißen, schmecken. Damit er so sinnlich wird, muss man das Wesen eines Apfelbaums verstehen und stärken, also sich dem Apfelbaum mit Liebe und Sorgfalt widmen.

Apfel und Birne haben eine vorweibliche Blüte, das bedeutet, dass zeitlich die Narbe vor der Reife der Staubgefäße aufnahmebereit ist. Dies verhindert die Selbstberfruchtung. Das ist der Grund warum man in großen Anlagen Befruchtersorten benötigt.

Die Saftausbäute liegt bei 30-35 Litern pro 50kg Äpfel.

Birne

Süsskirschen und Sauerkirschen

Quitte

Die Quitte ist ein eher strauchartiger Baum und zählt zu den ältesten Obstbäumen. Er bedarf wenig Pflege, denn er wächst sehr natürlich.

Muss man überhaupt schneiden?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Natürlich muss man nicht schneiden, es zwingt einen niemand dazu. Falls man es nicht tut, muss man sich jedoch den Konsequenzen bewusst sein: Ich glaube, dass Obstbäume Kulturpflanzen sind. Meine Beobachtung zeigt mir, dass gut geschnittene Obstbäume deutlich jünger und vitaler sind. Sie vergreisen nicht so schnell und leben länger. Es gibt jedoch auch einige Autoren, die gegen das schneiden sind. Unter ihnen sind Karl Heinz Rödelberger, Sepp Holzer und Masanobu Fukuoka. Fukuoka schreibt aber auch, dass der Baum sich praktisch von selbst entwickeln muss (Samen in den Boden und dann wachsen lassen). Falls jemand besseres zu berichten hat, kann er mir gerne mal schreiben. Sie schneiden die Bäume nie und überlassen die Bäume sich selbst. Weitere Konsequenzen wären, dass die Bäume ihre natürliche Größe erreichen, Qualitätsfrüchte nur außen am Baum schwer zugänglich hängen. Letztentlich entscheidet man selbst...

Der Schnitt oder die Pflegemaßnahmen

Das Ziel ist es, den Baum im Gleichgewicht zu halten. Das bedeutet, dass der Trieb und das Fruchten ausgewogen sein muss. Dann ist der Baum auch in der Regel urgesund. Dieses Gleichgewicht erreicht man durch die gestalterischen Möglichkeiten, die es auszunutzen gilt (Gestaltung der Krone, Erziehungschnitt, Sommerschnitt und Winterschnitt).

Ein weiteres Ziel ist die Verhinderung der Alternanz, dh.h. eine Überhang an Früchten beansprucht den Baum derart, dass er nicht in der Lage ist, Blütenknospen für das kommende Jahr anzulegen. Er braucht ein Erhohlungsjahr. Dieser Überhang geht meist mit einer schlechten Fruchtqualität einher (Größe, Geschmack, Färbung). Auch ein starker Spätfrost kann den Großteil der Blüten zerstören, was eine Alternanz zur folge haben kann.

Allgemeine Schnittregeln

Was beim Wegschnitt von Ästen und Zweigen berücksichtigt werden muß:

  • keine Aststummel stehen lassen
  • Schnitt kurz nach einer Knospe machen
  • keinen Stammbündigen Schnitt ausführen
  • den Astring, der meistens erkennbar ist unbedingt erhalten
  • bei keilförmigen Astringen von oben zum unteren Astring sägen
  • dickere Äste, wegen Ausreißgefahr, erst einen langen Stummel sägen und dann am Astring absägen.
  • Äste gleicher Rangordnung möglichst gleich behandeln
  • Fruchtäste nicht zu dick werden lassen. Wunden größer 10cm Durchmesser verheilen schlechter
  • Äste, die an den Leitästen nach innen Wachsen werden entfernt
  • Äste die sich überbauen werden zurechtgestutzt

Welche Triebe bevorzugt der Baum für sein Wachstum:

  • höhere Äste wachsen besser als tiefer liegende (bezogen auf die Enden)
  • dickere Äste wachsen besser als dünne
  • steilere Äste wachsen besser als die mit stumpferem Winkel (Wasserschosse > Fruchtäste)
  • Endknospen, die auf derselben Höhe liegen machen gleichlange Austriebe (Saftwaage)

Der ideale Astwinkel beträgt 60°. Diese Äste sind besonders tragfähig.

An die Fruchtäste muss genügend Luft (Gesundheit) und Licht bzw. Sonne (Qualität der Frucht) gelangen. Ideal ist dazu der sogenannte naturgemäße Kronenbau. Abgeneigte (nach unten hängende) und abgetragene mehrjähriges Fruchtholz wird entfernt. Werden Astpartien beschattet sterben diese früher oder später ab. Das kann man sehr schön an ungepflegten Streuobst beobachten. Eine Fruchtholzförderung findet auch durch viel Licht statt

Wenn der Baum gut gepflegt wird, ist ein Runterbinden und Abspreizen höchstens im Aufbau notwendig. In einem Forum hab ich gelesen, dass jemand Weidenruten (eingeweichte) dafür verwendet. Das halte ich für eine gute Idee.

Erziehungsschnitt und Aufbauschnitt

Hier kann man ziemlich viel falsch machen. Es wird häufiger empfohlen die Hauptäste oder Gerüstäste jedes Jahr um ein Drittel zu kürzen. Ich mache dies nicht und halte das auch für unnötig, weil der Baum dadurch langsamer groß wird. Viel wichtiger ist wie oben schon beschrieben auf die Form zu achten.

Damit nicht die Leitäste unterschiedlich schnell wachsen, sollten diese möglichst gleich beschaffen sein. Also auf die Dicke, den Winkel (60°) und auch die Höhe (=Saftwaage) achten. Ideal sind drei oder vier Seitenleitäste. Fünf würden auch noch gehen, halte ich aber für zuviel. Der Mitteltrieb muss höher hinaus als die Leitäste. Diese haben jeweils den größtmöglichen Abstand voneinander (bei der theoretischen Draufsicht von oben). Auch sollten sie nicht alle der gleichen Höhe entspringen. Das macht das Gerüst schwach. 10-20 cm Höhenunterschied beim Ansatz dürfen es ruhig sein.

Beim Aufbau werden die Leitäste höchsten 1 oder 2 Augen zurückgeschnitten. Gerade so, dass der Trieb gefördert wird. Wenn der Leitast richtig wächst oder etwas zu flach ist, schneidet man auf ein Außenauge, das heißt das letzte Auge befindet sich nach außen zeigend. Ist der Leitast zu steil, schneidet man auf Umkehrauge. Umkehrauge bedeutet, dass das letzte Auge innen oder leicht seitlich nach innen steht über einem schönen Außenauge. Der Trieb vom Umkehrauge wird im Folgejahr entfernt. Das Außenauge bildet flachere Triebe. Der schönste und passsenste Trieb wird als Leitastverlängerung gezogen und die Konkurenztriebe entfernt.

Der Erziehungsschnitt bzw. der Aufbauschnitt hat als Ziel einen schnellen Aufbau einer tragfähigen Krone. Weil der Winterschnitt den Trieb fördert, erfolgt dies ausschließlich im Winter. Falls die Leitäste unterschiedlicher Länge sind, kann man je nach Gespür die Angleichung bis zur Saftwaage über mehrere Jahre anstreben.

Beim zurückschneiden der Stammverlängerung werden die Knospen unterhalb der 2-3 obersten Augen eine gute Handbreit ausgebrochen. Je höher die Knospen liegen, desto steiler werden Sie und müssen das Jahr drauf sowieso abgeschnitten werden und bilden einen Konkurenztrieb zur dann schwächer wachsenden Mittelachse.

Am Ende des Erziehungsschnittes hat man ein gutes statisch tragendes Gerüst geschaffen. Die Leitäste sehen so ähnlich aus wie ein leicht aueinandergebogenes U.

Winterschnitt

Grundsätzlich kann ein zu früher Schnitt die Frostresistenz beeinträchtigen. Frostempfindlich sind vor allem Pfirsich, Aprikose, Birne und Pflaume. Der Winterschnitt sollte unbedingt an frostfreien Tagen gemacht werden, wenn die gefahr von extremen Nachtfrösten vorbei ist - also ab Anfang März.

Der Winterschnitt fördert den Trieb. Deshalb niemals auf die Idee kommen Wasserschosse im Winter zu schneiden - außer man hat das jährliche Schnippeln als Hobby...

Sommerschnitt und Sommerriss

Der Dichteste Zeitpunkt ist dann, wenn die Spitzen der Kurztriebe Endknospen gebildet haben. Es kommen einfach keine neuen kleinen Blätter mehr am Astende. Das ist meist so Ende Juli bis Anfang August.

Der Sommerriss kann schon früher ab Ende Mai erfolgen, wenn nicht verwertbare Triebe (z.B. Wasserschosse) eine Länge von 15-20cm haben. Der Sommerriss verheilt im Grunde besser als der Schnitt. Ich mache ihn trotzdem nicht so gerne, da es etwas barbarisches an sich hat

Das wichtigste, warum ein Sommerschnitt sinnvoll sein kann ist, dass er triebberuhigend wirkt. Zum Beispiel ein Boskop, der sowieso stark treibt und dadurch das Fruchten vergisst, kann leicht durch einen Sommerschnitt im Trieb beruhigt werden und fängt dann im Folgejahr zu fruchten an...

Wann mache ich Sommerschnitt, wann Winterschnitt?

Da hängt davon ab, in welchem "Ungleichgewicht" sich der Baum befindet. Ist er zu triebig (Jahrestriebe > ca. 30 cm) mache ich eher einen Sommerschnitt. Sind die Jahrestriebe zu kurz, ist der Winterschnitt angesagt. Möchte ich den Baum stark zurückschneiden (Ausdünnungsschnitt und Verjüngungsschnitt) ist es in der Regel besser das im Sommer zu machen. Man steht letztentlich mit dem Baum im Dialog und überlegt sich was die richtige Maßnahme wäre.


Schnittkalender Beerenobst

Beerenart Schnitt Bemerkung
Allgemein Nach der Ernte Ausdünnungsschnitt und Verjüngungsschnitt
Brombeere ab Ende März Frostschäden, wenn zu früh geschnitten wird
Himbeere ab Ende März wie Brombeere, nur zu lange Tragrouten einkürzen zu diesem Zeitpunkt
nach der Ernte werden alle abgetragenen Ruten abgeschnitten
Johannesbeeren ab Januar Winterschnitt Frostunempfindlich
Jostabeere ab Januar Winterschnitt Fronstunempfindlich
Stachelbeere ab Januar Winterschnitt Frostunemfpindlich
Rosen WS Auch wenns keine Obst ist..., schneiden kurz vor dem Neuaustrieb

Schnittkalender Obstböme

Obstbaumart Schnitt Bemerkung
Apfel WS ist die Regel
SS Nur bei starkwachsenden Sorten oder wenn Jahrestriebe extrem lang
Aprikose WS ist die Regel, kräftiger jährlicher Trieb erwünscht
SS Das Auslichten nach der Ernte hat sich bewährt
Birne WS ist die Regel
SS wenn Jahrestriebe extrem lang
Pfirsiche, Mandel SS nach der Ernte für Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt; verträgt starken Rückschnitt
WS starker Austrieb ist erwünscht
Pflaume, Zwetsche, Mirabelle, Reneklode WS keine Besonderheiten
SS nach Bedarf.
Süßkirschen SS nach der Ernte für Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt; verträgt starken Rückschnitt
WS nach Bedarf.
Sauerkirschen SS nach der Ernte für Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt (ca. alle 4 Jahre); Peitschentriebe immer wegschneiden; verträgt starken Rückschnitt
WS einjährige Langtriebe sind für den Ertrag erfoderlich, deshalb der WS notwendig ist (=Fruchtholzverjüngung)
Walnuß August/September Erziehungsschnitt, sonst kommt er in der Regel ohne Schnitt aus. Nur im angegebenen Zeitraum schneiden, da der Walnußbaum sonst "verblutet".
Quitte Kommt fast ohne Schnitt aus, Vorraussetzung ist jedoch eine lichte Krone; evtl. nur Pflanzschnitt notwendig

Allgemeines zur Vorbeugung von Krankheiten

Verschiedene Obstbaumarten haben auch unterschiedliche Klimaanforderungen. Befindet sich ein Obstbaum in seinem ökologischen Optimum, fühlt er sich wohl und ist weniger Krankheitsanfällig. So gehören z.B. Pfirsiche, Mandeln und Aprikosen eher in warme trockene Klimate. Nicht jeder Baum (Art/Sorte) gehört dorthin, wohin man ihn haben möchte.

Grunsätzlich werden Fruchtmumien entfernt und Fallobst aus Vorbeugungsgründen entweder weggeräumt (Komost) oder zertreten. Dies hat zur Folge, dass sich Krankheiten oder Schädlinge nicht lange darin halten.

Licht und Luft muss in den Baum kommen. Schnelles Abtrocknen behindert das Pilzwachstum.

Parasieten sind oft eine Folge von Schwächung der Pflanzen oder einem Ungleichgewicht des Umfeldes. Es bedarf eigentlich keiner Erwähnung, dass je vielfältiger das Umfeld ist, desto mehr Nützlinge haben auch eine Chance.

Die Kräuselkrankheit tritt nur bei Pfirsichen auf. Unsere haben das jedes Jahr und die befallenen Blätter fallen ab und der Baum treibt einfach weiter. Sicherlich gibt es Mittelchen und vielleicht auch andere Möglichkeiten, doch fahre ich mit nichts-tun seit 1999 ganz gut damit. Und Pfirsiche haben wir jedes Jahr Massen.

Monilia (Zweigmonilia/Triebmonilia oder Fruchtmonilia) tritt an allen Rosengewächsen auf, aber deutlich vermehrt beim Kirschbaum. Hier soll man rechtzeitig die Triebe rausschneiden und Kompostieren oder Verbrennen. Der Schnitt wird 20-30cm in das gesunde Holz vorgenommen. Wie oben schon erwähnt unbedingt die verpilzten Fruchtmumien entfernen.


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